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Corona in Baden-Württemberg

Kretschmann: Die Mutanten sind leider schon da

Bereits rund zwei Prozent der Corona-Infektionen im Südwesten stammen von veränderten Viren.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

In Baden-Württemberg breiten sich mutierte Varianten des Coronavirus schneller aus als von der Landesregierung erhofft. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gab am Donnerstagnachmittag bei einer im Internet übertragenen Video-Ansprache bekannt, die neuen Virusvarianten beträfen derzeit zwei bis drei Prozent aller Neuinfektionen.

Am Dienstag hatte Landes-Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) noch von bisher 34 Infektionsfällen durch mutierte Viren gesprochen.

„Wir haben feststellen müssen: Die Mutanten sind nicht vor der Tür, sie sind leider schon da“, sagte Kretschmann Die neuen Varianten gelten als ansteckender. Kretschmann warnte vor einem exponentiellen Anstieg. Er hielt die Bürger zur Einhaltung der Kontaktbeschränkungen an. Schulen und Kitas im Südwesten, kündigte er an, bleiben mindestens bis 21. Februar im bisherigen Ausmaß geschlossen.

„Die Diskussionen um weitere Lockerungen sind erstmal gegenstandslos geworden“, sagte er. Damit kippte Kretschmann in Aussicht gestellte Öffnungen im Bildungsbereich. Auslöser war ein Corona-Ausbruch an einer Freiburger Kita mit mindestens 25 infizierten Kindern und Erziehern. 18 von ihnen wurden von einer südafrikanischen Virus-Variante befallen.

Kretschmann kündigte landesweit zusätzliche Tests an, etwa für Polizisten, Lehrer und Erzieher. Zudem soll jeder positive Test auf eine Mutation untersucht werden.

In der grün-schwarzen Regierung brach in diesem Zusammenhang offener Streit aus. Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann warb für eine neue Teststrategie, die sie erarbeitet habe. Nicht eingebunden war ihr zuständiger Kabinettskollege Lucha. Der warf ihr daraufhin in einem Brief mangelnde Kooperation und Inkompetenz vor. Zudem forderte Lucha Eisenmann auf, die Notbetreuung an Schulen und Kitas zu begrenzen. Eisenmann kritisierte daraufhin, Lucha verkenne die Lebenswirklichkeit von Familien.

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