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Windkraft-Ausbau stockt

Kritik an zu wenig Tempo bei der Energiewende in Baden-Württemberg

Im Südwesten sind im vergangenen Jahr 25 neue Windenergieanlagen hinzugekommen mit einer Gesamtleistung von 111 Megawatt. Die Plattform Erneuerbare Energien (EE) hat das Tempo bei der Energiewende deshalb kritisiert.

Ein Windrad des Windparks Falkenhöhe steht nahe Schramberg.
Langsamer Ausbau: 2021 wurden 28 neue Windkraftanlagen in Betrieb genommen, drei jedoch wieder zurückgebaut. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Die Plattform Erneuerbare Energien (EE) hat das Tempo bei der Energiewende in Baden-Württemberg kritisiert. Im Südwesten seien im vergangenen Jahr 25 neue Windenergieanlagen hinzugekommen mit einer Gesamtleistung von 111 Megawatt. Bis 2030 brauche es aber jährlich eine fast fünf Mal so hohe Steigerung der Leistung, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

„Bei der Energiewende im Südwesten geht es nur mit Trippelschritten voran anstatt mit Siebenmeilenstiefeln“, kritisiert Jörg Dürr-Pucher von der Plattform EE, zu der sich Verbände, Unternehmen und Forschungsinstitute aus der Branche zusammengeschlossen haben. Die Daten stammen aus dem von der Bundesnetzagentur geführten Marktstammdatenregister für den Strom- und Gasmarkt.

Ein Sprecher des Grünen-geführten Umweltministeriums verwies darauf, dass dem Ministerium die endgültigen Zahlen noch nicht vorlägen. Man warte noch auf Daten der Landratsämter. „Grundsätzlich ist aber klar, dass wir auch nicht zufrieden sind, und dass schneller ausgebaut werden muss“, so der Sprecher.

Genehmigung einer Windkraftanlage dauert Jahre

Allerdings gebe es auch Fortschritte wie das neue Klimaschutzgesetz, das seit Januar eine Photovoltaikpflicht auf Gewerbe- und öffentlichen Bauten vorsieht und ab Mai auf neuen Wohngebäuden. Zudem habe eine Task Force erst im Dezember Ergebnisse vorgelegt für schnellere Genehmigungsverfahren. Im Schnitt dauert die Genehmigung einer Anlage derzeit sechs bis sieben Jahre. Das Umweltministerium will diese Zeit halbieren.

„Der Trend geht zwar in die richtige Richtung“, kommentiert die Plattform EE die Entwicklung bei der Windenergie. Für eine erfolgreiche Energiewende sei das aber deutlich zu wenig. Um die Ziele zu erreichen und den Stillstand der vergangenen Jahre auszugleichen, brauche es in diesem Jahr mindestens 50 neue Windenergieanlagen, bis 2025 müsse der Zubau auf 100 Anlagen pro Jahr steigen.

2021 Rückgang beim Ökostrom

Wie die Plattform weiter berichtet, ging der Ökostromanteil aus Photovoltaik- und Windenergieanlagen im Jahr 2021 sogar um 8,6 Prozent zurück. Grund seien schlechte Wetterverhältnisse mit wenig Wind vor allem in den ersten Monaten des vergangenen Jahres. Das Ministerium wollte diese Zahl noch nicht bewerten.

Die Plattform EE bezieht sich bei ihren Angaben zur Stromerzeugung 2021 auf die Datenplattform Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.

Im Gebiet der TransnetBW produzierten Photovoltaikanlagen im vergangenen Jahr demnach 6,16 Terawattstunden (TWh), 2020 waren es noch 6,24 TWh. Windenergieanlagen kamen laut den Angaben im vergangenen Jahr zusammen auf eine Erzeugung von 2,4 TWh (2020: 3,13 TWh).

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