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Entscheidung im März?

Land sucht Standort: Karlsruhe will Innovationspark rund um Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz „made in Baden-Württemberg“ soll international bekannt werden: Das Landeswirtschaftsministerium startete am Freitag einen Wettbewerb für einen „spektakulären“ KI-Innovationspark.

Kommen die Sprachassistenten der Zukunft aus dem Südwesten? In Baden-Württemberg soll ein Innovationspark für Künstliche Intelligenz (KI) entstehen. Foto: Arne Dedert picture alliance/dpa

Es ist ein Vorhaben der Superlative: Im Südwesten soll für einen dreistelligen Millionenbetrag in den kommenden Jahren ein neuer Innovationspark entstehen, der die Künstliche Intelligenz (KI) „made in Baden-Württemberg“ weltbekannt machen soll.

Wir haben großes Interesse, den KI-Park nach Karlsruhe zu holen.
Frank Mentrup, Oberbürgermeister Karlsruhe

Mitten in der Corona-Pandemie macht das Land bis zu 50 Millionen Euro an Fördergeldern locker, um mithilfe der KI als einem „Wachstumstreiber der Zukunft“ die negativen wirtschaftlichen Folgen der Krise zu überwinden. Zum Startschuss des Bewerbungsverfahrens am Freitag erklärte Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup: „Wir haben großes Interesse, den KI-Park nach Karlsruhe zu holen.“

Die KI gehört schon lange zu unserem Alltag, zum Beispiel als Gesichtserkennung im Smartphone. Oft ist die Künstliche Intelligenz für solche Anwendungen in den USA oder in asiatischen Ländern beheimatet, die von der enormen Wertschöpfung dieser Technologien gewaltig profitieren. Baden-Württemberg möchte nun in dem Zukunftsbereich eine eigene globale Erfolgsgeschichte schreiben.

Wirtschaftsministerium plant „größtes Innovationsprojekt seit Jahrzehnten“

Und so sparte das Stuttgarter Wirtschaftsministerium bei der Vorstellung des zukünftigen KI-Spitzenstandorts am Freitag nicht an euphorischen Worten. Ressortchefin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) kündigte den Park als das „größte und ambitionierteste Innovationsprojekt seit Jahrzehnten“ an. Ihr Kollege Günther Leßnerkraus nutzte oft das Wort „spektakulär“.

Gesucht wird eine Vision der regionalen Wertschöpfung für die nächsten zwei Jahrzehnte. Ein attraktives Ökosystem für Unternehmen und Forschung, das kreative Synergien schafft und neue Wege beschreitet. Konkret stellt das Land für die Wettbewerbsteilnehmer die Grundbedingung, einen „Park“ mit einer Fläche von insgesamt mindestens 15 Hektar aufzubauen. Das würde 21 Standard-Fußballfeldern entsprechen.

Wir wollen keinen Innovationspark auf grüner Wiese haben.
Günther Leßnerkraus, Wirtshaftsministerium Baden-Württemberg

Die Bewerber müssen etwa 50 Millionen Euro aus Eigenmitteln beisteuern und ein schlüssiges, klimafreundliches Konzept haben, das auf einer engen Zusammenarbeit von Industrie, Forschung, Handwerk und Bildung aufbaut. „Wir wollen keinen Innovationspark auf grüner Wiese haben, der keine Anbindungen an diese Bereiche hat“, betonte Günther Leßnerkraus, Abteilungsleiter im Landeswirtschaftsministerium.

Landesregierung verspricht ein faires und offenes Verfahren

Das Besondere am Vorhaben ist, dass der Wettbewerb nicht nach dem Vergaberecht ausgerichtet wird - das Land verspricht stattdessen ein „transparentes und diskriminierungsfreies“ Verfahren. Die zweite Besonderheit ist der knappe Zeitrahmen: Die Eckpunkte der Konzepte müssen bis 8. Januar feststehen, Mitte Februar ist Bewerbungsschluss. Noch vor der Landtagswahl am 14. März könnte dann die Entscheidung fallen, wonach die Fördergelder fließen sollen.

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut hält die Corona-Pandemie für einen „Brandbeschleuniger von Transformationsprozessen“, die dem Südwesten neue Kompetenzen geben sollen. Darum habe man beschlossen, beim „Zukunftsprojekt“ KI-Innovationspark jetzt Gas zu geben. „Schnelligkeit ist unheimlich wichtig. Bayern und Berlin haben solche Vorhaben, und wir müssen aufpassen, dass wir von den Entwicklungen nicht überholt werden“, erklärte Leßnerkraus in einer Online-Konferenz.

Ein Wettbewerb der besten Ideen

Welche Technologien im KI-Park entwickelt werden sollen, will das Land nicht vorgeben. „Wir brauchen den Wettbewerb der besten Ideen“, sagt Hoffmeister-Kraut. „Ich stelle mir vor, dass wir in einigen Jahren in der ganzen Welt KI aus Baden-Württemberg sehen und nicht nur auf Siri und Alexa hören, sondern auch auf Hendrik und Marie“, wünscht sich Günther Leßnerkraus in Anspielung auf die populären Sprachassistenten von Apple und Google.

Karlsruhe macht im Wettbewerb mit und rechnet sich gute Chancen aus, Sieger zu werden. „Wir haben ein Konsortium zusammengestellt aus wissenschaftlichen Institutionen, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung. Jetzt warten wir auf die Ausschreibungsbedingungen, um einen Antrag formulieren zu können“, sagte den BNN Oberbürgermeister Frank Mentrup.

Wir bringen die besten Voraussetzungen mit.
Frank Mentrup, Oberbürgermeister Karlsruhe

Laut Mentrup werden die Schwerpunkte in der Bewerbung viel mit Themenbereichen zu tun haben, in denen Karlsruhe stark ist – also etwa Energiewirtschaft, Mobilität und industrielle Produktion. „Wir bringen die besten Voraussetzungen mit, weil wir bereits der anwendungsorientierteste KI-Standort in Baden-Württemberg sind“, hofft der Oberbürgermeister.

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