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Islamischer Religionsunterricht

Kretschmann warnt vor Scheitern der Stiftung Sunnitischer Schulrat

Nach der vorläufigen Verweigerung der Lehrerlaubnis für den Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi ist die Stiftung Sunnitischer Schulrat in die Kritik geraten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) befürchtet negative Folgen für islamischen Religionsunterricht.

Mahnt zur Mäßigung: Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält angesichts der zugespitzten Debatte um die Stiftung Sunnitischer Schulrat ein Scheitern der Landesstiftung für möglich. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Angesichts der zugespitzten Debatte um den Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor einem Scheitern der vom Land 2019 gegründeten Stiftung Sunnitischer Schulrat gewarnt.

Er nannte sie ein „Übergangsmodell“, um islamischen Religionsunterricht an den Schulen anbieten zu können. Die Stiftung hat eine Laufzeit bis 2024. „Wenn die Stiftung scheitert, haben wir erstmal nichts“, so Kretschmann. Er bitte alle Beteiligten an diesem Streit, „dies zu bedenken“.

Verfassungsrechtlich sei die Gründung der Stiftung 2019 „auf Kante genäht gewesen“ und dem Umstand geschuldet, dass es auf islamischer Seite bisher keine anerkannte Religionsgemeinschaft gebe.

Ditib und die Islamische Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg lehnten Teilnahme ab

In der Stiftung arbeiten der Verband der islamischen Kulturzentren und die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken mit. Ditib und die Islamische Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg hatten bei der Gründung eine Teilnahme abgelehnt.

In den vergangenen Tagen machte die Stiftung Schlagzeilen wegen der Verweigerung der Lehrerlaubnis für Abdel-Hakim Ourghi, seit zehn Jahren Leiter des Fachbereichs Islamwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Die Lehrerlaubnis ist seit Gründung der Stiftung notwendig.

Wegen einer Altfallregelung sind zwölf bisherige Dozenten an den Hochschulen im Land für diesen Bereich nicht auf die Lehrerlaubnis angewiesen. Ourghis bisherige Anstellung in Freiburg fällt aber nicht unter diesen Bestandsschutz. Ourghi sagt, dass man eine Stimme des liberalen Islam zum Schweigen bringen wolle. Sein Antrag liegt nun bei der Schiedskommission der Stiftung.

Verweigerte Lehrerlaubnis: Kretschmann spricht von „formalen Fragen“

Kretschmann wollte nicht näher auf Hintergründe eingehen, verwies aber darauf, dass es um „formale Fragen“ geht. „Der Vorstand der Stiftung kam zu dem Schluss, dass entscheidende Dokumente nicht vorliegen.“

Auch der Stelleninhaber der Islamischen Theologie an der PH Weingarten, Abdel-Hafiez Massud, Arabist, promovierter Islamwissenschaftler und habilitierter Pädagoge, erhielt keine Lehrerlaubnis, sein Fall liegt ebenfalls bei der Schiedskommission. Nach BNN-Informationen geht es bei Ourghi um angeforderte Dokumente eines Studiums in Algerien, bei Massud um die Klärung der Inhalte seiner akademischen Arbeiten.

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