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Fastnacht in der Pandemie

Narrenpräsident Wehrle: Viel Fantasie für Fastnacht in Baden-Württemberg gefragt

Verleihung der „Goldenen Narrenschelle“: abgesagt. Stockacher Narrengericht: abgesagt. Große Umzüge: abgesagt. Zum zweiten Mal schaut es für die Fastnachtfans in Baden-Württemberg coronabedingt düster aus. Doch der Ober-Narr sieht einen Lichtblick.

Roland Wehrle, Präsident des VSAN (Verband Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte e.V.).
Roland Wehrle, Präsident des VSAN (Verband Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte e.V.) hofft auf eine Fastnachtssaison im Kleinformat. (Symbolbild) Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Knapp eine Woche vor dem Höhepunkt der „fünften Jahreszeit“ setzt der Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) auf eine Fastnacht im Kleinformat. „Ich hoffe, dass das Land Baden-Württemberg noch Kleinveranstaltungen mit bis zu 750 Menschen unter 2G-Bedingungen zulässt“, sagte Roland Wehrle der Deutschen Presse-Agentur. Dann dürften gegen Corona Geimpfte und nach einer Infektion Genesene teilnehmen. Gerade in Kleinstädten, „wo die Fasnet wirklich zu Hause ist, wo sie seit Jahrhunderten gelebt wird, sollte das möglich sein“.

Fastnacht findet im kleinen Rahmen statt

Die Großveranstaltungen seien eh längst abgesagt und für kleine Veranstaltungen an festen Plätzen gebe es schon Auflagen wie Einlasskontrollen und die Kontrolle der 2G-Einhaltung, sagte Wehrle. „Das halten die Narren natürlich auch ein“, versicherte er.

Er sei froh, dass das Feiern in einem solchen Rahmen möglich sei, sagte Wehrle. „Sonst wäre die ungeordnete Fastnacht ausgeufert.“ Aber die schwäbisch-alemannische Fastnacht sei eine Straßenfastnacht. „Was wir an Bällen und so weiter haben ist nur eine Ergänzung.“

Besonders Kinder sollten die Tradition erleben dürfen

Gerade Kinder sollten die Tradition erleben, sagte Wehrle. In vielen Orten stünden die Narrenzünfte in Kontakt mit Schulen und erörterten, was unter Corona-Bedingungen machbar sei. „Ich fände es sehr schwer erträglich, wenn Kinder ein zweites Mal darauf verzichten müssten“, sagte der Narrenpräsident. „Jetzt ist viel Fantasie gefragt.“

Am kommenden Donnerstag (24. Februar) beginnt mit dem „Schmotzigen Dunschtig“ die Hochphase der närrischen Saison. Eine Woche lang zelebrieren die Narren oft je nach Region individuelle Brauchtümer.

Die 1924 gegründete VSAN mit Sitz in Bad Dürrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis) ist eine der ältesten Narrenvereinigungen Deutschlands. In ihr sind 68 Narrenzünfte aus den Regierungsbezirken Freiburg, Tübingen und Stuttgart, dem bayerischen Regierungsbezirk Schwaben sowie fünf Kantonen in der Schweiz zusammengeschlossen.

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