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Förderung vom Land

Nordschwarzwald wird zur Modellregion: Telemedizin soll bei Behandlung von Corona-Patienten helfen

Die Telemedizin soll bei der Behandlung von Corona-Erkrankten helfen. Die Landesregierung will dazu die Anschaffung von Spezialgeräten und Software finanzieren. Ärzten wie Patienten sollen keine Kosten entstehen.

Telemedizin soll Corona-Kranken helfen: Nordschwarzwald wird jetzt zur Modellregion, in der ein digitales System der Fernüberwachung von Patientendaten breit getestet werden soll. Foto: Jan Woitas picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Corona-Pandemie hat den Durchbruch bei der Telemedizin in Baden-Württemberg gebracht: Das hohe Infektionsrisiko führte in den vergangenen zwölf Monaten zu einer Vervielfachung der ärztlichen Fernbehandlungen per Video, die heute gleichermaßen bei Patienten wie Ärzten beliebt sind. Diese Erfolgsgeschichte soll jetzt im Kampf gegen die Pandemie im Südwesten helfen.

Selbständige Messung von Gesundheitswerten

Der Nordschwarzwald wird dabei zur landesweiten Modellregion für die Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Dazu sollen die Patienten in Pforzheim, dem Enzkreis, Calw und Freudenstadt bald selbstständig drei Mal am Tag wichtige Gesundheitswerte wie Körpertemperatur, Herz- und Atemfrequenz sowie die Sauerstoffsättigung messen und sie an ihren behandelnden Arzt elektronisch übermitteln können.

Arzt und Patient sind ständig im Austausch.
Oliver Opitz, Koordinierungsstelle Telemedizin BW

Nach Darstellung des Regionalverbands Nordschwarzwald werden die betreuenden Praxen eine digitale Übersicht dieser Werte erhalten, in der einzelne Angaben bei einer Verschlechterung farblich hervorgehoben werden. Damit können die Mediziner besser reagieren, sollte sich der Zustand ihrer Covid-Patienten verschlechtern. „Arzt und Patient sind ständig im Austausch, und Veränderungen der Werte werden sehr schnell bemerkt“, sagt Oliver Opitz von der Koordinierungsstelle Telemedizin Baden-Württemberg, der das Projekt betreut. Es wird für die Teilnehmer kostenlos sein.

Dazu will die Landesregierung das Vorhaben mit einem Millionenbetrag fördern. Mit diesen Mitteln sollen unter anderem Messgeräte (Pulsoximeter) für Patienten und die notwendige Software für die beteiligten Arztpraxen bereitgestellt werden. Das System wurde den Angaben zufolge in Großbritannien und in einigen anderen Bundesländern erfolgreich erprobt.

Neues System soll Mediziner entlasten und Patienten helfen

Dort soll es teilweise spürbar die Wartezimmer geleert, die Mediziner entlastet und das Infektionsrisiko gesenkt haben. Der Regionalverband zitiert dazu einen Arzt aus dem hessischen Marburg: „Die Behandlung kann viel gezielter erfolgen, weil wir täglich neue Messdaten von den Patienten erhalten und so sehr viel besser auf die individuelle Situation eingehen können.“

Verbandschef Klaus Mack möchte jetzt nach eigenen Worten möglichst viele Ärzte im Nordschwarzwald für die neue Technologie gewinnen. Sollte sie sich in der Region bewähren, plant die Landesregierung, das System in Zukunft landesweit auszurollen.

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