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Futter aus der Heimat

Regionale Produkte sind auch bei Tiernahrung im Trend

Obst, Fleisch und Gemüse vom Wochenmarkt, aber das Hundefutter vom Weltmarkt? Beim Trend zum regionalen Einkauf denken die Verbraucher offenbar immer öfter auch an ihre Haustiere. Erste Tierfutter-Produzenten reagieren darauf. Eine Produktlinie für Hund und Katz heißt „Heimat”.

Regionales für Tiere. Ein schwäbischer Hersteller hat den Trend zur Region auch fürs Tierfutter umgesetzt. Foto: Roland Weisenburger

Was Frauchen und Herrchen recht ist, das ist Hund und Katze nur billig. Doch billig ist möglicherweise das falsche Adjektiv, wenn man über garantiert regional erzeugtes Tierfutter spricht. „Unsere Produktlinie Heimat geht verstärkt auf den regionalen Ursprung zurück“, sagt Gerd Kastler, Geschäftsführer der Firma Bosch-Tiernahrung im schwäbischen Blaufelden.

Überall gibt es derzeit Rezepturen mit Känguru, Wasserbüffel, Süßkartoffel. Da gibt es die exotischsten Zusammensetzungen.
Gerd Kastler, Futtermittelhersteller

Eigentlich geht der Trend beim Tierfutter ja in die andere Richtung. „Überall gibt es derzeit Rezepturen mit Känguru, Wasserbüffel, Süßkartoffel. Da gibt es die exotischsten Zusammensetzungen”, weiß Kastler. Er aber stellt sich dem Trend entgegen.

„Wir haben unsere Marktanalyse abgeleitet vom menschlichen Konsum. Der Verbraucher gehen auf die Wochenmärkte und an die Milchautomaten der Bauernhöfe. Was der Mensch für sich selbst will, das will er auch für sein Haustier.”

Die Hauptzutat ist heimisches Huhn

In der Produktlinie „Heimat” können Waldi und Schnurri wählen zwischen frischen Simmentaler Landrind mit Erbsen und Reis, schwäbisch-hällischem Landschwein mit Reis und Hirse oder frischem Huhn aus Bodenhaltung mit Kartoffeln und Erbsen.

Dabei ist aber eigentlich egal, ob sich Herrchen fürs schwäbisch-hällische Schwein oder das Simmentaler Rind entscheidet, der Hund frisst in der Hauptsache Huhn. Laut Inhaltsangabe besteht die „Heimat” in der Geschmacksrichtung Huhn zu 35 Prozent aus Huhn, in der Packung Landschwein sind dann nur noch 29 Prozent Huhn und sechs Prozent Schwein drin. Ähnlich sieht es bei der Geschmacksrichtung Rind aus. Da werden 29 Prozent Huhn mit sechs Prozent Rind ergänzt.

Zum Vergleich: Beim konventionellen, nicht aus regionalen Produkten hergestellten Hundefutter dieses Herstellers dominiert „getrocknetes Geflügelprotein” die Inhaltsangabe. Obwohl das Futter eigentlich „Lamm mit Reis” heißt, finden sich gerade mal vier Prozent „Lammprotein” im Hundefutter.

iIn unserer Heimat-Linie ist nur Regionales drin.
Gerd Kastler, Futtermittelhersteller

Die Lieferketten aufzubauen, die Produkte aus regionaler Erzeugung garantieren, war laut Kastler gar nicht so leicht. Doch seit kurzem läuft die Produktion und nun auch der Verkauf. „Wir haben auch noch andere Rezepturen. Aber in unserer Heimat-Linie ist nur Regionales drin.”

Der schwäbisch-hällische Fleischanteil stammt direkt vom Schlachthof der Erzeugergenossenschaft und besteht nach Angaben des Unternehmens aus Schlachtnebenprodukten. „Wir verarbeiten Innereien und alles, was bei der Fleischproduktion für den Menschen nicht verwendet wird”, verrät Geschäftsführer Reinhold Habel.

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