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Lockdown ab 16. Dezember

Schulen und Kitas werden in Baden-Württemberg geschlossen

Höchststände bei den Corona-Neuinfektionen, Höchststände bei den Corona-Toten. In Absprache mit den anderen Bundesländern ergreift Baden-Württemberg harte Maßnahmen.

Schulen und Kitas sollen in Baden-Württemberg bis zum 10. Januar weitgehend schließen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie geht Baden-Württemberg wie die anderen Bundesländer am Mittwoch in einen weitreichenden Lockdown. Schulen, Kitas und große Teile des Einzelhandels sollen bis zum 10. Januar weitgehend schließen. „Die Lage ist ernst, sehr ernst“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Sonntag in Stuttgart nach den Beratungen von Bund und Ländern. Die Zahl an Neuinfektionen und Verstorbenen sei auf einem Höchststand. „Das exponentielle Wachstum ist leider zurück und das Virus ist stärker denn je“, so Kretschmann. „Das Virus ist stark und wir müssen jetzt zeigen, wir sind stärker.“

Mit dem sanften Lockdown hätten die Zahlen nicht gesenkt werden können, sagte der Grünen-Politiker. Deswegen müsse jetzt mit ganz einschneidenden Maßnahmen das öffentliche Leben radikal heruntergefahren werden, erläuterte Kretschmann in einem Statement. „Nur so können wir die Kontrolle über die Pandemie zurückgewinnen.“

Die Folgen für Schulen und Kitas in Baden-Württemberg

Konkret heißt das unter anderem, dass die Weihnachtsferien im Südwesten nach vorn verlegt werden, um weitere Kontakte zu vermeiden. Nur für Abschlussklassen solle es Fernunterricht geben, kündigte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) an. „Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge werden im verbleibenden Zeitraum bis zu Beginn der regulären Weihnachtsferien am 23. Dezember verpflichtend im Fernunterricht unterrichtet.“ Eisenmann hatte sich bislang stets gegen frühere Schulschließungen ausgesprochen.

Bis zum 22. Dezember ist eine Notbetreuung von Schülern der Klassenstufen 1 bis 7 geplant, deren Eltern zwingend darauf angewiesen sind. Für Kita-Kinder werde zu regulären Öffnungstagen ebenfalls Notbetreuung angeboten. Anspruch darauf hätten Kinder, deren Erziehungsberechtigte beziehungsweise Alleinerziehende von ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten. „Bitte verzichten Sie aber auf die Notbetreuung, wo immer das für Sie möglich ist“, bat Kretschmann. Er appellierte auch an Arbeitgeber, so weit wie möglich Homeoffice zu ermöglichen.

Die Ausgangsbeschränkungen

Die meisten Menschen halten sich vor allem an die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen, wie die Polizei etwa aus Stuttgart und Mannheim berichtete. Die meisten Menschen hätten triftige Gründe wie den Weg von der Arbeit nach Hause angeben können - oder die seit Samstag landesweit gültigen Regeln nicht gekannt. Die meisten seien einsichtig gewesen, als die Beamten die Vorgaben erläutert hätten. Tagsüber waren am Samstag viele Innenstädte noch voll, weil Menschen eine der letzten Gelegenheiten für den Weihnachtseinkauf in den Läden nutzten.

Der Ausblick

An diesem Montag soll der Landtag über die Beschlüsse debattieren. Für den 5. Januar ist die nächste Runde zwischen Bund und Ländern angesetzt. Dann wollen sie Ministerpräsident Kretschmann zufolge besprechen, wie es ab dem 11. Januar weitergeht. „Aber eines kann ich schon heute sagen: Wenn die Zahlen bis dahin nicht deutlich runtergehen, brauchen wir auch danach drastische Einschränkungen.“

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