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Redaktionsgespräch mit den BNN

SPD-Landesspitzenkandidat Andreas Stoch zeigt sich koalitions- und kritikfreudig

Im Gespräch mit den BNN zeigt sich SPD-Landesspitzenkandidat Andreas Stoch offen für viele Koalitionspartner. Sein Favorit sind die Grünen - obwohl er den Ministerpräsidenten für sein Verhalten in der Krise kritisiert.

Klare Worte, klare Linie: Obwohl SPD-Landesspitzenkandidat Andreas Stoch im BNN-Redaktionsgespräch den Umgang des Ministerpräsidenten mit der Corona-Krise scharf kritisiert, sei ihm eine Koalitionen mit den Grünen am liebsten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Rot-Grün, Rot-Gelb-Grün oder Schwarz-Rot-Gelb — das sind die Koalitionen, die sich der Spitzenkandidat der baden-württembergischen SPD, Andreas Stoch, für die Zeit nach der Landtagswahl im März 2021 vorstellen kann. Eine Regierung nur mit den Grünen ist aber sein eindeutiger Favorit. „Da gibt es die meisten Übereinstimmungen und ich könnte mir gut vorstellen, dass wir eine gute und zukunftsgewandte politische Agenda hinbekämen”, sagte Stoch im Gespräch mit den BNN.

Für besonders realistisch hält Andreas Stoch dieses Wahlergebnis jedoch nicht. Deshalb bliebe auch eine Ampelkoalition mit den Grünen und der FDP eine Option. Aber auch die von der FDP ins Spiel gebrachte Deutschlandkoalition mit der CDU und der FDP will der ehemalige Kultusminister nicht ausschließen. So oder so strebe die SPD auf jeden Fall eine Regierungsbeteiligung an. „Nicht für uns, sondern weil wir glauben, dass wir wichtig sind.”

Er war in einer Schockstarre
Andreas Stoch über Winfried Kretschmanns Verhalten in der Krise

Beim Redaktionsgespräch sparte Stoch nicht mit Kritik an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Als „ängstlich, geradezu panisch” habe er das Verhalten des Landesvaters zu Beginn der Corona-Krise wahrgenommen. „Er war in einer Schockstarre.” Seiner direkten Nachfolgerin an der Spitze des Kultusministeriums warf Stoch schlechte Kommunikation und einen mangelnden Plan für die schrittweise Wiedereröffnung von Kitas und Schulen vor.

Die Defizite in Sachen Bildung und Bildungsgerechtigkeit seien vor dem Hintergrund der Pandemie besonders klar zu Tage getreten. Anwürfe zu Versäumnissen, die auf seine eigene Zeit im Kultusministerium zurückgehen, entgegnete Andreas Stoch: „Wir hatten von den Vorgängern erst mal so viel Mist aufzuarbeiten.” Dass die Schulen in Sachen Digitalisierung schlecht vorbereitet gewesen seien, habe er nicht zu verantworten. „Wir haben die Vorplanungen für eine digitale Bildungsplattform gemacht. Aber als Eisenmann ins Amt kam, hat sie alles liegen lassen”, so der SPD-Politiker.

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