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Der kleine Sprachatlas Baden-Württemberg

Tübinger Professor erklärt: Warum Norddeutsch nicht das bessere Deutsch ist

Immer noch schätzen und sprechen viele Menschen Mundart. Obwohl es die weit verbreitete Meinung gibt, in Hannover werde das beste Deutsch gepflegt. Falsch, sagt Hubert Klausmann. Der Tübinger Professor hat einen Kleinen Sprachatlas von Baden-Württemberg herausgebracht.

Mundart im öffentlichen Raum: Sie ist im alemannischen Gebiet Badens, wie hier in Haslach im Kinzigtal, viel häufiger anzutreffen. Den Leuten wird zum Abschied aus der Fußgängerzone eine gute Zeit gewünscht. Foto: Thomas Liebscher

Sehr viele Menschen sind der Ansicht, in Hannover werde das „beste Hochdeutsch“ gesprochen. Selbst Deutschlehrer in Baden-Württemberg neigen zu dieser Meinung. Das ergab eine Untersuchung der Universität Tübingen von 2017. Und diese Pädagogen streichen in Schüleraufsätzen das Wort „Gang“ als nicht korrekt an. Das wäre kein Hochdeutsch, es müsste „Flur“ heißen, so ihr Argument. „Zahnweh“ gelte ebenfalls als Dialekt, korrekt seien nur die „Zahnschmerzen.“ Solche Lehrer sind einem sprachlichen Klischee auf den Leim gegangen, sagt Hubert Klausmann.

Dieses Klischee ist der Hannoverismus. Sie bewertet norddeutsche Begriffe als besseres Deutsch, dabei sind sie nur geografische Varianten.“ Wenn in Südwestdeutschland „Gang“, „Zahnweh“, „Wecken“ oder „es schellt“ (für „es klingelt“) verwendet wird, dann ist das ebenfalls Standardsprache, betont der Tübinger Sprachwissenschaftler. Nur in einer Variante, die ebenso gültig ist.

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