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Keine großen Umzüge, aber...

Wie viel Fastnacht ist in Baden-Württemberg trotz Corona möglich?

Die großen Fastnachtsumzüge sind abgesagt wegen Corona. Doch wie viel Feiern ist den Narren dieses Jahr erlaubt? Darüber waren Landesregierung und Fastnachtsverbände uneins. Jetzt gab es Post.

Unter einer Narrenmaske muss keine FFP2-Maske getragen werden, stellte das Sozialministerium jetzt klar. Foto: Felix Kästle/dpa

Im Disput um Fastnachtsveranstaltungen in Corona-Zeiten ist Baden-Württembergs Sozialministerium auf die verärgerten Narren zugegangen. In einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, erläutert Amtschef Uwe Lahl die Voraussetzungen, unter denen Fastnachtsveranstaltungen „im Rahmen der bis auf Weiteres geltenden Alarmstufe I“ durchgeführt werden können.

Der Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN), Roland Wehrle, hatte sich über die Aussage von Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) echauffiert, dass Fastnachtsumzüge dieses Jahr wegen der Pandemie nicht stattfinden könnten. Das sei zu pauschal. Nun sagte er versöhnlich: „So können wir weiterplanen.“

Keine Maskenpflicht unter der Fastnachtsmaske

Lahl schreibt zum Beispiel, dass sowohl im Freien als auch in Innenräumen eine FFP2-Maskenpflicht auch am eigenen Sitz- oder Stehplatz gelte. Ausnahmen seien Essen, Trinken, wenn man während eines Auftritts singt oder Blasmusik spielt sowie wie beim Tragen einer „weitgehend luftdichten Larve“, also einer traditionellen Fastnachtsmaske.

Ferner dürften in geschlossenen Räumen konzert- oder theaterähnliche Veranstaltungen mit höchstens 50 Prozent der zugelassenen Kapazität durchgeführt werden. Die Obergrenze liege unter Einhaltung der 2G-Regeln bei 1500 Besuchern und Besucherinnen.

Bringen Genesene und Geimpfte einen aktuellen Test mit (2G plus), seien bis zu 3000 Menschen erlaubt, heißt es weiter. Im Freien liegen die Obergrenzen entsprechend der Corona-Regeln für Stadt- und Volksfeste bei 3000 (2G) beziehungsweise 6000 (2G plus) Menschen. Voraussetzung seien feste, abgegrenzte Bereiche mit umfassenden Zugangskontrollen.

Narrenpräsident hält Fastnachtsveranstaltungen trotz Corona für umsetzbar

Narrenpräsident Wehrle hält das für umsetzbar. „Es geht ja nicht darum, ganze Dörfer abzusperren.“ Was umsetzbar ist, müssten die Fastnachtsvereine jetzt jeweils vor Ort überprüfen. „Clubähnliche“ Veranstaltungen, bei denen Besucher singen, tanzen und sich unkontrolliert durchmischen, sind dem Schreiben zufolge ebenso untersagt wie Fastnachtsumzüge. Die meisten größeren Veranstaltungen sind ohnehin schon länger absagt.

Wehrle hatte aber betont, es gebe auch Orte, in denen nur wenige Hundert Teilnehmer kämen. Wie Lahl schreibt, sind seine Angaben unter Vorbehalt etwaiger Anpassungen der Corona-Verordnung infolge neuer Verläufe der Pandemie.

Die närrischen Tage vom „Schmotzigen Dunschtig“ über Rosenmontag bis Aschermittwoch fallen dieses Jahr auf Ende Februar, Anfang März.

Die 1924 gegründete VSAN mit Sitz in Bad Dürrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis) ist eine der ältesten Narrenvereinigungen Deutschlands. In ihr sind 68 Narrenzünfte aus den Regierungsbezirken Freiburg, Tübingen und Stuttgart, dem bayerischen Regierungsbezirk Schwaben sowie fünf Kantonen in der Schweiz zusammengeschlossen.

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