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Empfehlung soll verpflichtend sein

Zwei Verbände fordern Pflicht für Grundschulempfehlung in Baden-Württemberg

Die Wahl der weiterführenden Schule wird im Südwesten seit einigen Jahren den Eltern überlassen. Empfehlungen von Grundschulen sind damit hinfällig. Das haben Philologen- und Realschullehrverband jetzt kritisiert.

Seit 2012 können Eltern frei entscheiden, auf welche weiterführende Schule das Kind gehen soll. Unser Bild ist ein Symbol. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Wenige Wochen vor der Landtagswahl haben der Philologen- und Realschullehrverband die Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung gefordert. Ihr liege eine pädagogische Gesamtwürdigung zu Grunde, die die bisherige Lern- und Leistungsentwicklung des Kindes, Lern- und Arbeitsverhalten sowie Lernpotenziale berücksichtige, teilte die beiden Verbände am Freitag in Stuttgart mit.

Aus Verbindlichkeit sei Beliebigkeit geworden, die alle Schularten gleichermaßen belasten würde. Diese Beliebigkeit der Schulwahl habe zu einer deutlichen Verschlechterung der Verhältnisse an Schulen und zu enormen Belastungen der Kinder und Eltern sowie der Lehrkräfte an den weiterführenden Schularten geführt, kritisierten die Verbände.

Es geht um die Empfehlung der Grundschule, welche weiterführende Schulart für ein Kind nach der vierten Klasse geeignet ist. Die grün-rote Vorgängerregierung hatte entschieden, dass die Empfehlung seitdem Schuljahr 2012 und 2013 nicht mehr verbindlich ist. Die Eltern können sich über sie hinwegsetzen und ihr Kind etwa auf ein Gymnasium schicken, obwohl es dafür keine Empfehlung hat.

Die Chefin des Realschullehrerverbandes, Karin Broszat, sagte, das geschundene Bildungssystem im Land brauche endlich mutige, durchdachte Vorstöße und Entscheidungen, um wieder einen der früheren Spitzenplätze im Ländervergleich zu erreichen. Der Vorsitzende des Philologenverbandes, Ralf Scholl, meinte, wissenschaftliche Forschungen zeigten, dass eine an der Leistung des Kindes orientierte, verbindliche Grundschulempfehlung zu deutlich größerer Gerechtigkeit führe, als die Freigabe der Schulwahl in den Elternwillen.

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