In einem bundesweiten Pilotprojekt werden Bodenseefelchen mit Europäischen Edelkrebsen zusammen in einem Teich beim Forellehof in Baiersbronn-Buhlbach gezüchtet.
In einem bundesweiten Pilotprojekt werden Bodenseefelchen mit Europäischen Edelkrebsen zusammen in einem Teich beim Forellehof in Baiersbronn-Buhlbach gezüchtet. | Foto: Bernd Kamleitner

Zucht im Ortsteil Buhlbach

Baiersbronn: Pilotprojekt mit Bodenseefelchen

Können Bodenseefelchen mit Edelkrebsen in einem Naturteich in einer Fischzucht gezogen werden? Das wird mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums und mit wissenschaftlicher Begleitung in einem Pilotprojekt im Schwarzwald getestet – konkret im Forellenhof im Ortsteil Buhlbach von Baiersbronn. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: „Die zwei Arten vertragen sich gut“, erläutert Andreas Mäck vom Landauer Aquakultur-Technik-Unternehmen Senect.

Weil der Bodensee immer sauberer geworden ist, stehen den Fischen weniger Nährstoffe zur Verfügung. Das ist auch für den Rückgang der als Speisefisch beliebten Bodenseefelchen verantwortlich. In Glanzzeiten fingen Bodenseefischer bis zu 1 000 Tonnen Felchen pro Jahr aus dem See, inzwischen sind es nur noch 200 bis 300. Dabei ist die Nachfrage weitaus größer. Sie liegt bei 400 bis 600 Tonnen pro Jahr, betont Mäck.

Europäische Edelkrebs ist vom Aussterben bedroht

Daher wird der Speisefisch aus bayerischen Seen sowie unter anderem aus Polen und Italien importiert. Dramatisch ist die Lage beim europäischen Edelkrebs. Der früher in vielen Bächen und Flüssen heimische Krebs gilt als nahezu ausgerottet, weil mit der Verbreitung amerikanischen Krebsarten hierzulande auch die Krebspest den Bestand des europäischen Krebses dahinraffte.

Fischzucht wird mit Quellwasser gespeist

Die Zucht in der mit Quellwasser gespeisten Anlage in Buhlbach – die Felchen und Krebse sind nicht zum Verzehr bestimmt – wird veterinärmedizinisch und mit viel Hightech überwacht.

Fischzucht seit dem Jahr 1908

Der im Landschaftsschutzgebiet gelegene  und in Schwarzwald-Architektur errichtete Forellenhof Buhlbach, dem eine ambitionierte Gastronomie angeschlossen ist, ist eine neue Touristenattraktion in Baiersbronn. In den Teichen des ursprünglich im Jahr 1908 gegründeten Betriebs wachsen auch Regenbogen-, Lachs-, Gold- und Bachforellen sowie Saiblinge heran, die vor Ort verarbeitet werden.

Qualität statt Massenproduktion

Betrieben wird der Forellenhof vom Fünf-Sterne-Hotel Bareiss, das zu den Top-Adressen im Land zählt. Ökologische Verantwortung und nachhaltige Produkterneuerung sowie Traditions- und Heimatverbundenheit stünden bei diesem Projekt im Mittelpunkt, betont Hannes Bareiss. Bei der Fischzucht gehe es nicht um Massenproduktion, sondern um Qualität.