Wegen der Baustelle in der Östlichen Karl-Friedrich-Straße klagen die Inhaber der ansässigen Geschäfte über Einbußen. | Foto: Wacker

Pforzheimer Oststadt

Baustopp in der Östlichen bringt Unmut

Ursprünglich sollte sie im März fertig sein, nun wird es voraussichtlich April: Die Baustelle in der Östlichen Karl-Friedrich-Straße verärgert die Anlieger zunehmend. Vor allem die Inhaber der zwischen Deimling- und Parkstraße ansässigen Geschäfte leiden unter der Situation, die fehlende Parkplätze und wegen der versetzten Bushaltestelle auch weniger Laufkundschaft mit sich bringt. Nun hat sich in die Diskussion um die Baustelle auch Oberbürgermeister-Kandidat Dimitrij Walter eingeschaltet. Er wolle die Anlieger vernetzen, um einen schnellen Fortschritt der Baustelle zu erwirken.

Saniert werden Gehweg und Fahrbahn

Die „Östliche“ wird derzeit nach den Vorgaben des Radwegeverkehrskonzepts umgebaut. Außerdem werden der Gehweg und die Fahrbahn saniert. Seit sechs Wochen ruht die Arbeit, wie Frank Steinbrecher, Geschäftsführer von Musik City Steinbrecher, sagt. Einerseits habe er Verständnis für die Notwendigkeit der Baustelle. Andererseits habe er viele Kunden, die von außerhalb kämen und wegen der geänderten Straßenführung eine regelrechte Odyssee bis zu den Parkplätzen in der Gymnasiumstraße hinter sich bringen müssten – vor allem wenn sie nicht ortskundig seien. „Das wird sicher toll, mit Bäumen und dem neuen Radweg. Aber bis dahin ist es natürlich eine große Quälerei“, sagt Steinbrecher zu den Plänen.

Frost brachte Verzögerung

Die Stadt bestätigt, dass es auf der Baustelle aktuell nicht voran geht. Allerdings handele es sich um eine angekündigte, allgemein übliche Winterpause, wie Pressesprecher Philip Mukherjee betont. Der Frost habe jedoch dafür gesorgt, dass die Arbeiten später als üblich weitergehen können und sich nun bis in den April ziehen, räumt Mukherjee auf Anfrage ein.

Einzelhandel klagt über Einbußen

Ein Inhaber hat ihn auf die Misere angesprochen und sich beklagt, dass eine mögliche Verzögerung vonseiten der Stadt nicht kommuniziert worden sei, sagt indes OB-Kandidat Dimitrij Walter. Daraufhin klapperte der 34-Jährige sämtliche Läden ab und trommelte die Anlieger zusammen. Dass er damit schon eifrig Wahlkampf betreibe, weist Walter von sich: „Ich will nur die Betroffenen zusammenbringen, damit sich etwas tut. Und wenn die Stadt nicht weiterkommt, biete ich gerne meine Hilfe an“, sagt er. Beim Einzelhandel in der Straße rennt Walter mit seiner Aktion offene Türen ein.

Viel länger schaffen wir das nicht.

Rund 800 Euro nehme er täglich weniger ein, seit er die Baustelle vor seinem Supermarkt hat, erzählt etwa Nabil Urrak. Da sei auch eine kurze Verzögerung bis zur Fertigstellung des Abschnitts für ihn schwerwiegend. „Natürlich macht ein Kunde keinen Großeinkauf, wenn er zu Fuß kommen muss. So kauft er vielleicht nur für zehn Euro, mit Auto für 50 Euro ein. Viel länger schaffen wir das nicht“, sagt Urrak. Er habe bereits seinen Vermieter um Mietminderung gebeten. „Aber der kann ja auch nichts dafür.“ Auch Kübra Kilic, Tochter der Inhaberin eines Friseurgeschäfts in der Östlichen, ärgert sich. „Wir können zum Glück noch auf unsere Stammkundschaft zählen, aber uns geht auch einiges verloren. Man ist irgendwie abgeschnitten“, sagt Kilic.

Arbeiten gehen nächste Woche weiter

Stadt-Pressesprecher Mukherjee beschwichtigt jedoch. „Eine solche Verzögerung kann vorkommen.“ Weitergehen sollen die Arbeiten schon in der nächsten Woche, „aller Voraussicht nach Dienstag oder Mittwoch.“