Vorlesen
Eine Lehrerin liest in einer Grundschule in ihren Drittklässlern aus einem Buch vor. | Foto: Felix Kästle

«Vorlesestudie 2018»

15 Minuten täglich Vorlesen kann langfristig Nerven schonen

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Berlin (dpa) – Ein paar Minuten täglich können späteren Frust und Ärger vermeiden oder mindern: Mit regelmäßigem Vorlesen können Eltern ihren Kindern das Lesenlernen deutlich erleichtern.

Nach der «Vorlesestudie 2018» der Stiftung Lesen fällt etwa vier von fünf Kindern (78 Prozent), denen mehrmals die Woche oder auch täglich vorgelesen wurde, das Lesenlernen später in der Grundschule leicht. Von den Mädchen und Jungen, die diese Erfahrung selten oder nie gemacht haben, lernen nur 50 Prozent das Lesenlernen ohne Probleme.

«Lesenlernen ist kein Kinderspiel. Vorlesen schafft die besten Voraussetzungen, damit Kinder dieser Aufgabe in der Grundschule gewachsen sind», sagte Antje Neubauer, Leiterin des Fachkuratoriums Bildung der Deutsche Bahn Stiftung. Laut der Studie findet es fast jedes dritte Kind (30 Prozent) nicht leicht, lesen zu lernen. Bereits 15 Minuten Vorlesen täglich genügen demnach.

Der Untersuchung zufolge sind Kinder, denen nie vorgelesen wurde, auch sehr ungeduldig, genervt und empfinden das Lesenlernen als sehr anstrengend. Gut jedes zweite Kind (53 Prozent) ohne Vorleseerfahrung sagt von sich, es sei genervt, weil es dachte, Lesenlernen gehe schneller. Von den Kindern, die täglich Märchen und Geschichten gehört haben oder hören, sagten das nur 27 Prozent.

Neben den Eltern können laut den Studienautoren auch Grundschulen mit Angeboten außerhalb des Unterrichts die Lesebegeisterung und -kompetenz fördern. «Kinder sollten an jeder Schule auch Leseangebote für ihre Freizeit finden. Damit tragen Schulen zur Chancengleichheit bei», heißt es in der Studie. Laut der Befragung gibt es hier aber noch Defizite. Fast jeder vierte Grundschüler (23 Prozent) kennt demnach keine Büchereien, Leseecken oder ähnliche Angebote an seiner Schule.