Blaulicht
Bei einem Unfall mit Fahrerflucht starben eine Frau und ein Baby. | Foto: Patrick Pleul

Fahrer ermittelt

Auto rammt Kinderwagen: Frau und Baby tot

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Der schwere Verkehrsunfall am Freitagabend in der Gaggenauer Goethestraße hat ein zweites Todesopfer gefordert. Der im Zuge der Kollision schwer verletzte sieben Monate alte Säugling ist am Samstagmorgen seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Großmutter (54) des sieben Monate alten Jungen war bereits kurze Zeit nach dem Unfall, der sich am Freitag kurz nach 21 Uhr in Höhe des Ausbildungszentrums des Benz-Werks (Tor 12) ereignet hatte, an den Folgen ihrer schweren Verletzungen auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

Der Unglücksort: In der Goethestraße in Höhe Tor 12 des Benz-Werks erfasste der Pkw eine 54-jährige Frau und das Kleinkind im Kinderwagen. Am Morgen danach sind noch die Aufzeichnungen der Polizei zu erkennen. | Foto: Dorscheid

Wie die Polizei am Samstagvormittag mitteilte, konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden. Dem 47-Jährigen wird Unfallflucht vorgeworfen. Er war mit seinem Pkw von der Fahrbahn abgekommen, hatte die Fahrradspur überquert und auf dem parallel verlaufenden Gehweg die Frau samt Kinderwagen erfasst. Der Bordstein ist dort abgesenkt. Alle Beteiligten – die beiden Opfer – wie auch der Tatverdächtige sind aus Gaggenau.

Verdächtiger streitet Beteiligung ab

Nachdem am Ort des Geschehens das Kennzeichen des mutmaßlichen Verursacherfahrzeuges gefunden werden konnte, gelang es den Beamten der Polizeireviere Gaggenau und Rastatt, den Besitzer des Wagens und möglichen Fahrer gegen 23.30 Uhr ausfindig zu machen. Der 47-Jährige wurde im Rahmen der Fahndung mitsamt seines schwer beschädigten Renault bei einem Bekannten im Raum Gaggenau vorläufig festgenommen. Während der Verdächtige eine Beteiligung an dem Geschehen abstreitet, so die Polizei am Samstag, arbeiten Ermittler von Verkehrs- und Kriminalpolizei sowie ein Sachverständiger fieberhaft an der Rekonstruktion des tragischen Ereignisses.

Die Kontrolle verloren?

Die bisherigen Ermittlungen lassen vermuten, dass der Verdächtige seinen Renault kurz vor 21 Uhr über die Goethestraße gesteuert hatte und letztlich die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Hierbei dürfte es zu der folgenschweren Kollision gekommen sein, in deren Folge der nunmehr ermittelte Verdächtige geflüchtet sein dürfte. Ob dieser zum Unfallzeitpunkt möglicherweise unter dem Einfluss von Alkohol und/oder Drogen stand, müssen die Ergebnisse der Blutproben zeigen.

Pkw beschlagnahmt

Der 47-Jährige wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf freien Fuß entlassen. Das mutmaßlich von ihm zum Unfallzeitpunkt gesteuerte Fahrzeug wurde beschlagnahmt und wird derzeit kriminaltechnisch untersucht. Der an dem Wagen entstandene Sachschaden dürfte etwa 10 000 Euro betragen. Die Arbeiten an der Unfallstelle wurden durch Einsatzkräfte der Daimler-Werksfeuerwehr  unterstützt. Zu dem Großaufgebot an Rettungskräften am Freitagabend in der Goethestraße gehörte auch ein Rettungshubschrauber, der das Kleinkind in eine Klinik flog.