House of Cards
Claire Underwood (Robin Wright) strebt das höchste Amt des Landes an. | Foto: David Giesbrecht/Sony

US-Serie

Das Ende ist nah: Die letzte Staffel «House of Cards»

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München (dpa) – Das Ende ist absehbar: «House of Cards» geht in die sechste Staffel. Sie startet am Freitag (2. November). Es ist die letzte – mit acht neuen Folgen. Die Serie hat von Anfang an von sich reden gemacht – und Netflix viel Aufmerksamkeit beschert.

Kaum eine andere ist so oft als leuchtendes Beispiel dafür genannt worden, was Streamingdienste in dem Genre hinbekommen. «House of Cards», 2013 gestartet, hat Maßstäbe gesetzt, etliche Preise abgestaubt und immer wieder Diskussionen angeheizt darüber, ob die Serie über den skrupellosen Politiker Frank Underwood (Kevin Spacey) von der politischen Wirklichkeit in Washington inspiriert ist – oder umgekehrt. Manche Entwicklungen in den USA schien «House of Cards» tatsächlich vorwegzunehmen.

Underwoods intriganter Aufstieg bis ins Amt des US-Präsidenten war lange unaufhaltsam. Aber dass seine großen Zeiten Geschichte sind, zeichnete sich schon in der fünften Staffel ab. Und auch, dass seine Frau Claire (Robin Wright), die ihren durchtriebenen Ehemann bei seinem Weg nach oben nach Kräften unterstützt hatte, nicht zögern würde, seine Nachfolge anzutreten.

Aber dann hat die #metoo-Diskussion noch einmal maßgeblichen Einfluss auf das Drehbuch genommen: Ende 2017 kündigte Netflix an, dass in der letzten Staffel der bisherige Hauptdarsteller und Oscar-Preisträger Kevin Spacey (59) nicht mehr dabei sein würde, nachdem Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen ihn bekannt geworden waren.

Viele Zuschauer fragten sich, was die Drehbuchautoren John Mankiewicz und Beau Willimon wohl anstellen würden, um sein Verschwinden zu erklären. Immerhin war er fünf Staffeln lang der Star der Serie. In dem Trailer, den Netflix Anfang September veröffentlichte, wurde das Geheimnis bereits gelüftet: Underwood muss sterben – allerdings nicht vor der Kamera. Im Trailer war aber bereits der Stein auf dem etwas trostlos wirkenden Grab zu sehen, in dem er beerdigt wurde. Die Inschrift lautet: «Francis J. Underwood 1959 – 2017 46th President of the United States of America». Tatsächlich ist Underwood ermordet worden.

In der neuen Staffel steht nun also Robin Wright (52) im Mittelpunkt, die auch zuvor schon neben Spacey die wichtigste Rolle in der Serie hatte. «Zeit, Francis ein für allemal zu begraben», kündigt Claire an. Aber die politischen Intrigen sind damit nicht vorbei. Claire muss sich mit dem Geschwisterpaar Annette (Diane Lane) und Bill Shepherd (Greg Kinnear) rumschlagen, das zu einer reichen Washingtoner Strippenzieher-Familie gehört – und nicht nur mit ihnen: Annettes ehrgeiziger Sohn Duncan (Cody Fern) sieht sich selbst auf dem Weg an die politische Spitze und würde gerne mehr Macht und Einfluss bekommen. Stoff für viele weitere böse politische Winkelzüge.

In Deutschland ist die letzte Staffel allerdings nicht bei Netflix zu sehen, sondern bei Sky. Am Freitag sollen voraussichtlich ab mittags alle acht Episoden auf Sky Ticket, Sky Go und auf Abruf verfügbar sein, wahlweise auf Deutsch oder im Original. Außerdem sind die Folgen freitags im Doppelpack ab 22 Uhr bei Sky Atlantic HD zu sehen. Danach sind die Underwoods dann Geschichte.