Ermittler
Thilo Bachmann (l), Leitender Kriminaldirektor des Kriminalfachdezernats 1, spricht während einer Pressekonferenz zu den Angriffen in Nürnberg. Neben ihm sitztn Polizeivizepräsident Adolf Blöchl. | Foto: Daniel Karmann

Ist es derselbe Täter?

Drei Frauen in Nürnberg niedergestochen

Anzeige

Nürnberg (dpa) – Nach den Angriffen auf drei Frauen in Nürnberg sucht die Polizei weiter nach dem Täter. «Wir sind auch über die Nacht mit starken Kräften im Einsatz», teilte die Polizei Mittelfranken am Freitagabend bei Twitter mit.

Im Rahmen der Fahndung überprüften Polizisten mehrere Personen, wie eine Sprecherin sagte. Dabei halten die Beamten auch Menschen fest, um die nötigen Maßnahmen durchführen zu können. «Das ist ganz normale Ermittlungsarbeit», so die Sprecherin. Schon zuvor war eine Sonderkommission mit 40 Beamten eingesetzt worden.

Die Fußgängerinnen im Alter von 26, 34 und 56 Jahren waren am Donnerstagabend in einem Zeitraum von etwa drei Stunden niedergestochen worden, als diese auf dem Nachhauseweg waren. Die Polizei ging davon aus, dass sie alle von ein und demselben Täter angegriffen wurden. Eine Verbindung zwischen Täter und Opfern gibt es nach ersten Erkenntnissen der Polizei nicht. Der Mann habe sie wohl völlig zufällig ausgewählt und vor den Taten auch nicht angesprochen. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund haben die Beamten bisher nicht. Zwei der Frauen schwebten zunächst in Lebensgefahr.

Die Polizei warnte die Bevölkerung per Twitter vor dem flüchtigen Mann. Bisher konnte nur das erste Opfer genauere Angaben zu dem Täter machen. Er soll demnach zwischen 25 und 30 Jahre alt und etwa 1,80 Meter groß sein. Er soll eine normale Figur haben, blonde bis dunkelblonde Haare und helle Haut. Die beiden anderen Frauen wurden so schwer verletzt, dass sie noch nicht ausführlich vernommen werden konnten.

Eine Verbindung zwischen Täter und Opfern gibt es nach ersten Erkenntnissen der Polizei nicht. Der Mann habe sie wohl völlig zufällig ausgewählt und vor den Taten auch nicht angesprochen. «Die Vorgehensweise ist ungewöhnlich», sagte der Leitende Kriminaldirektor Thilo Bachmann. Bislang gebe es «kein erkennbares Motiv». Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund haben die Beamten bisher nicht. Zwei der Frauen schwebten zunächst in Lebensgefahr.

Weil alle Opfer – 26, 34 und 56 Jahre alt – von den Angriffen völlig überrascht wurden, geht die Staatsanwaltschaft in allen drei Fällen von versuchtem Mord aus, wie die Sprecherin der Anklagebehörde, Antje Gabriels-Gorsolke, sagte. Da sich die Taten so stark ähnelten, spricht für die Polizei viel für einen Einzeltäter.

Ein Verdächtiger konnte in der Nacht vor den Beamten flüchten: Ein Mann, auf den die Beschreibung des Täters passte, rannte beim Anblick einer Streife in ein Haus. Die Einsatzkräfte verfolgten ihn und sperrten das Gebäude ab. Da in einer Wohnung Licht brannte und der Bewohner nicht öffnete, brachen die Beamten die Tür auf – doch die Räume waren leer. Auch Keller, Dachboden und Garagen wurden durchsucht – erfolglos. Ein Polizeisprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob es sich bei dem Mann wohl um den Täter handelte. «Es ist eine Spur, die überprüft wird», sagte er lediglich.

Eine Sonderkommission mit 40 Beamten soll die Fälle nun so schnell wie möglich aufklären. Auch sogenannte Profiler wurden dafür eingeschaltet. Diese Fallanalytiker erstellen anhand der Begehungsweise der Taten ein Profil des Täters. Deshalb habe man «einige Personen im Fokus», sagte der mittelfränkische Polizeipräsident Roman Fertinger.

Im Umkreis der drei Tatorte suchten die Beamten nach der Tatwaffe – ein «Stichwerkzeug», wie Bachmann sagte: «Ich würde nicht zwingend das Wort Messer in den Mund nehmen.» Möglicherweise habe der Angreifer die Waffe weggeworfen. Er verletzte alle seine Opfer am Oberkörper, sie mussten notoperiert werden. Die Polizei warnte die Bevölkerung per Twitter vor dem flüchtigen Mann.

Bisher konnte nur das erste Opfer genauere Angaben zu dem Täter machen. Der Mann soll demnach zwischen 25 und 30 Jahre alt und etwa 1,80 Meter groß sein. Er soll eine normale Figur haben, blonde bis dunkelblonde Haare und helle Haut. Die beiden anderen Frauen wurden so schwer verletzt, dass sie noch nicht ausführlich vernommen werden konnten.

Eine Markierung der Polizei steht an einem der Tatorte. | Foto: Daniel Karmann
Ein Polizeiauto fährt in den frühen Morgenstunden durch den Nürnberger Stadtteil St. Johannis. | Foto: Daniel Karmann
Bei der Fahndung waren auch ein Hubschrauber und Polizeihunde im Einsatz. | Foto: Daniel Karmann
Antje Gabriels-Gorsolke, Sprecherin der Staatsanwalschaft, und Polizeipräsident Roman Fertinger bei der Pressekonferenz in Nürnberg. | Foto: Daniel Karmann
Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. | Foto: Daniel Karmann
Innerhalb weniger Stunden wurden drei Frauen durch Stiche auf offener Straße schwer verletzt. | Foto: Daniel Karmann