Franky Zapata, Jetski-Rennfahrer aus Frankreich und Erfinder des Flyboards, demonstriert seine Mini-Plattform bei der Militärparade zur Feier des französischen Nationalfeiertags.

Traum vom Fliegen

„Flyboard“ von Franky Zapata verblüfft in Paris: Fliegender Soldat der Zukunft?

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Die ungewöhnlichen Bilder aus Paris gehen um die Welt: Ein in einen schwarzen Anzug gekleideter Mann mit Helm und einem Gewehr schwebt in einem weiten Bogen hoch über den Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag auf der Place de La Concorde ein.

Auf seiner bierkastengroßen fliegenden Plattform „Flyboard Air“ brachte der Jetski-Rennfahrer Franky Zapata den französischen Präsidenten Emmanuel Macron und seine hohen Gäste kurz zum Staunen – und schwebte dann locker davon. Seitdem fragen sich viele: Wie hat er das eigentlich gemacht?

Erfindung für Militär interessant

Völlig losgelöst, mühe- und geräuschlos durch die Lüfte gleiten – davon träumten schon die Schöpfer der Märchen aus Tausendundeiner Nacht und die Drehbuchschreiber der populären SciFi-Komödie „Zurück in die Zukunft“ (1989). Doch während Aladins fliegender Teppich und Marty McFlys Hoverboard weiter Fiktion bleiben, scheint die Erfindung des 40-jährigen Zapata so ausgereift zu sein, dass sich nun sogar das Militär dafür interessiert.

Applaus von Macron

Vor etwa drei Jahren sorgte der Franzose mit seinem futuristischen Fluggerät erstmals für Aufsehen, als er entlang der provenzalischen Küste 2,2 Kilometer weit schwebte und den bis dahin geltenden Rekord um das Zehnfache überbot. „Ich habe endlich meinen Traum vom Fliegen verwirklicht“, freute er sich in einem Interview. Trotz der Anerkennung durch das Guinness-Buch der Rekorde hielten damals zahlreiche Zuschauer die ungewöhnliche Darbietung allerdings für einen faulen Trick. In Paris erntete Zapata für seine erfolgreiche Vorführung jetzt anerkennendes Kopfschütteln und Applaus von Macron, während er von den verblüfften TV-Kommentatoren mit James Bond verglichen wurde.

„Flyboard“ wurde in heimischer Garage entwickelt

Das „Flyboard Air“ fliegt nach Hersteller-Angaben derzeit bis zu 140 Stundenkilometer schnell, erreicht eine Höhe von 150 Metern und kann eine Nutzlast bis 100 Kilogramm maximal vier Kilometer weit befördern. Je nach Geschwindigkeit hält sich der Pilot sechs bis zehn Minuten in der Luft, bis der Kerosinvorrat im Tank aufgebraucht ist, dann packt er das 20 Kilogramm schwere Gerät in einen Koffer und geht seines Weges.

Gesteuert wird die mobile Plattform nach Darstellung Zapatas durch vier Miniatur-Düsentriebwerke mit einer Gesamtleistung von 1 000 PS. Zwei weitere Düsen dienen der Stabilisierung, wobei es offensichtlich auch auf das gute Balance-Gefühl des idealerweise schwindelfreien Piloten ankommt, ob er am Ende den wackeligen Flug heil übersteht oder nicht. Nach Medienberichten hat der Erfinder aus Marseille sein „Flyboard“ in der heimischen Garage entwickelt. „Es wird jetzt getestet werden für verschiedene Einsatzzwecke, etwa als fliegende Logistik-Plattform oder als Angriffsplattform“, zitiert der Sender France 24 die französische Verteidigungsministerin Florence Parly.

Waffen wären möglich

Es sei „möglich“, das Gerät mit Waffen zu versehen, auch wenn dies zurzeit „von keinem Kunden gewünscht wird“, teilt die Herstellerfirma auf ihrer Webseite mit. Tatsächlich dürfte die Perspektive der militärischen Nutzung der Plattform nicht nur die französischen Generäle begeistern. Das angeblich bei jedem Wetter und in der Dunkelheit einsatzfähige „Flyboard“ dürfte für Spezialkräfte besonders interessant sein – oder für Aufklärungseinheiten, die Minenfelder überfliegen und das gegnerische Radar unterfliegen müssen, um das Abwehrfeuer zu vermeiden.

Zapata verspricht, die Geschwindigkeit der Plattform in Zukunft bis 200 km/h zu steigern und die Flugzeit auf 30 Minuten zu verlängern.