Supercomputer
Eine Einheit des Hochleistungsrechners «Janus» an der Martin-Luther-Universität in Halle. | Foto: Jan Woitas

Start von EU-Projekt

Forscher bauen europäischen Quantencomputer

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Saarbrücken/Wien (dpa) – Europäische Forscher wollen im weltweiten Wettlauf um extrem hochleistungsfähige Quantencomputer mitmischen. Am Montag fiel der Startschuss für ein Forschungsprojekt zum Bau eines europäischen Quantencomputers: Zehn Partner aus Wissenschaft und Industrie sollen bis Ende 2021 den «OpenSuperQ» bauen.

Es werde europaweit der erste Quantencomputer auf diesem Level sein und unter vergleichbaren Systemen weltweit führend, sagte der Koordinator des Projekts, Physik-Professor Frank Wilhelm-Mauch, an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.

Das Projekt ist Teil eines einer Milliarde Euro schweren EU-Flaggschiffprogramms zur Erforschung von Quantentechnologien, das am Montag in Wien vorgestellt wurde. Der Computer, der dann am Forschungszentrum in Jülich (Nordrhein-Westfalen) stehen werde, solle vor allem die Simulation von Abläufen in Chemie und Materialwissenschaft sowie das maschinelle Lernen in der Künstlichen Intelligenz beschleunigen, sagte Wilhelm-Mauch, Professor für Quanten- und Festkörpertheorie.

Die Quantentechnologie stehe heute an der Schwelle zum Durchbruch in den technologischen Alltag. Quantencomputer könnten Probleme lösen, die herkömmliche Rechner an ihre Grenze brächten: Das liege daran, dass Quantencomputer anderes rechnen: Statt wie normale Computer Rechenschritte nacheinander abzuarbeiten, könnten Quantencomputer Operationen parallel verarbeiten und seien so ungleich schneller. Der entstehende Quantencomputer solle am Ende 100 Quanten- oder Qubits haben und über eine Open-Source-Software über eine Cloud jedem zur Bearbeitung offen stehen.

Physik-Professor Frank Wilhelm-Mauch an seinem Schreibtisch an der Universität des Saarlandes. Wilhelm-Mauch koordiniert ein Projekt, das einen europäischen Quantencomputer baut. | Foto: Oliver Dietze