Grippe
Die Zahl der Grippepatienten ebbt noch nicht ab. | Foto: Maurizio Gambarini/Symbolbild

Trotz Sonnen-Frühling

Neuer Rekord: Die Grippewelle rollt

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Trotz frühlingshafter Temperaturen ebbt die Zahl der Grippepatienten noch nicht ab. In der dritten Februarwoche wurden rund 23.900 bestätigte Krankheitsfälle an das Robert-Koch Institut gemeldet, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit.

Das war der höchste Wert dieser Grippewelle. Sie hat nach der Definition der AGI Mitte Januar begonnen. Es dominieren weiterhin Viren des Typs A.

Die Auswertung umfasst nur einen kleinen Ausschnitt des Krankheitsgeschehens. Denn lediglich ausgewählte Praxen schicken Proben ein und nicht jeder Grippekranke geht zum Arzt. Die realen Fallzahlen liegen deshalb wahrscheinlich weitaus höher als die bisher gemeldeten rund 84.500 bestätigten Grippefälle in dieser Saison.

In Baden-Württemberg ist die Zahl der Atemwegserkrankungen verglichen mit ganz Deutschland durchschnittlich: Das Robert-Koch-Institut misst für Baden-Württemberg in der aktuellen Kalenderwoche einen sogenannten Praxisindex-Wert von 181 (Durchschnitt für ganz Deutschland: 181). Die höchste Infektionsstufe (stark erhöhte Aktivität von akuten Atemwegserkrankungen) gilt ab 180. Zum Vergleich: In Bayern gilt für den gleichen Zeitraum der Praxisindex 196, für Rheinland-Pfalz 192, für Hessen 179.

Jeder fünfte Patient musste ins Krankenhaus

Die Statistik gilt als guter Gradmesser für die Grippe-Entwicklung. Rund ein Fünftel der erfassten Patienten kam wegen der Schwere der Erkrankung in eine Klinik. Bisher gab es in dieser Saison in Deutschland 199 gemeldete Todesfälle im Zusammenhang mit Influenza. In der EU gehört Deutschland in diesem Jahr zu den Ländern mit einer hohen Influenza-Aktivität.

Im Vergleich zum Vorjahr verläuft die Welle aber deutlich milder. In der vergangenen Saison waren rund neun Millionen Menschen wegen einer Influenza-Erkrankung zum Arzt gegangen. Die Zahl der Toten wird hochgerechnet bisher auf 20.000 geschätzt – dabei handelt es sich vor allem um Menschen mit Vorerkrankungen.