Großeinsatz in Berlin
Die Ermittlungen laufen nach Angaben der Bundespolizei seit Oktober 2017. | Foto: Paul Zinken

Vier Festnahmen

Großeinsatz gegen mutmaßliche Schleuserbande

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Berlin (dpa) – Bei einem Großeinsatz gegen eine mutmaßliche Schleuserbande in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen hat die Polizei vier Hauptverdächtige verhaftet.

Die drei Männer und eine Frau, die in Berlin und Brandenburg gefasst wurden, sollen in etwa 200 ermittelten Fällen Scheinehen arrangiert haben, wie ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur sagte. In Nordrhein-Westfalen wurden zwei Privatwohnungen durchsucht.

Den Verdächtigen werde zur Last gelegt, die gewerbsmäßige Einschleusung von Ausländern organisiert zu haben. Bis zum Dienstagmittag wurden bei der am Morgen gestarteten Aktion 50 Objekte in den drei Bundesländern durchsucht.

Vor allem Männer aber auch Frauen aus Pakistan und Bangladesch, Albanien und Vietnam wurden laut Bundespolizei mit vermeintlichen Partnern aus den EU-Ländern Polen, Griechenland und Ungarn zusammengebracht, um eine EU-Ausländerkarte zu erschleichen.

Laut Staatsanwaltschaft wurden die arrangierten Ehen zum Teil auch in Dänemark geschlossen. Dann sei die Urkunde in Deutschland vorgelegt worden. Es seien aber auch einfach Heiratsurkunden gefälscht worden. Die Nachforschungen laufen bereits seit einem Jahr.

Ermittelt werde vor allem wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung, sagte Oberstaatsanwältin Petra Leister. Hier könne bei einer Verurteilung das Strafmaß höher ausfallen als bei der Erschleichung von Aufenthaltstiteln. Es würden auch Familienangehörige nachgeholt, so Leister. Das Dunkelfeld sei sehr groß, die Aufklärungsquote gering.

Rund 570 Beamte waren an der Razzia beteiligt. Die Verhafteten sind zwei deutsche Männer im Alter von 51 und 63 Jahren, eine 51-jährige deutsche Frau und ein 40 Jahre alter Serbe. Die Staatsanwaltschaft hatte die Haftbefehle gegen das Quartett vor den Durchsuchungen erwirkt.