Bundesjägertag
Aus Sicht des Deutschen Jagdverbandes (DJV) gibt es eine «dunkle Seite der Tierrechte» und eine Tierrechtslobby, die «gefährliche antidemokratische Allmachtsfantasien» entwickle, weil kein empfindungsfähiges Wesen mehr leiden solle. Fotro: Bernd Wüstneck | Foto: Bernd Wüstneck

Bundesjägertag in Bremen

Jäger contra Tierrechtsaktivisten – Hetze nicht tolerierbar

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Bremen (dpa) – Dürfen Füchse oder Wölfe geschossen werden? Was ist mit Rebhühnern, Feldhasen, Waschbären und Wildschweinen? Für Jäger sind das keine Fragen.

Sie halten das für eine schlichte Notwendigkeit, um das Gleichgewicht in der Natur zu regulieren. Die Tierrechtsorganisation Peta sieht dagegen keinen Grund für jagdliche Eingriffe, wirft den Jägern «Lust am Töten» vor und wirbt intensiv für vegane Ernährung. Am Freitag treffen sich die Jäger in Bremen zum Bundesjägertag.

Aus Sicht des Deutschen Jagdverbandes (DJV) gibt es eine «dunkle Seite der Tierrechte» und eine Tierrechtslobby, die «gefährliche antidemokratische Allmachtsfantasien» entwickle, weil kein empfindungsfähiges Wesen mehr leiden solle. «Tierrechtsanhänger haben offensichtlich Schwierigkeiten, die Natur so zu akzeptieren, wie sie ist», so DJV-Präsident Hartwig Fischer. Um Menschenrechte für Tiere durchzusetzen, schreckten radikale Verfechter auch vor Beleidigungen und Straftaten nicht zurück.

Die Tierrechtsorganisation Peta macht aus ihrer Gegnerschaft zur Jagd keinen Hehl und bezeichnet sie als «Tiermord». Bei vielen Jägern schwinge stets die Leidenschaft mit. «Die Lust am Töten ist bei der Jagd dabei», sagt der Peta-Fachreferent für Wildtiere, Peter Höffken. Auch wenn er nicht alle Jäger in Bausch und Bogen verurteilt, hält er jagdliche Eingriffe weder bei Wildschweinen oder Füchsen noch bei anderen Tieren für nötig: «Wenn man einfach nichts machen würde, dann würde sich das auf einem naturverträglichen Level einpendeln.»

Höffken kritisierte vor allem die Fuchsjagd, die symbolisch dafür stehe, dass zahlreiche Tiere völlig unnötigerweise getötet und als Zielscheibe missbraucht würden. Jährlich würden in Deutschland bis zu 500 000 Füchse auf grausame Weise getötet. Und das nur, weil die Jäger im Fuchs, den sie oft als «Raubzeug» bezeichneten, einen Konkurrenten sähen, der ihnen die Beute wegnehme, so Höffken.

Die Jäger wehren sich gegen solche Unterstellungen und prangern zugleich Angriffe auch in sozialen Netzwerken an. Fischer berichtete von einer jungen Jägerin, die kürzlich mehr als 2000 Hasskommentare auf Facebook erhalten habe, weil sie einen erlegten Fuchs gezeigt habe. «Widerliches Stück Dreck, du bekommst noch, was du verdienst», sei noch eine vergleichsweise harmlose Äußerung gewesen. Es sei Anzeige erstattet worden. «Wer glaubt, aus der vermeintlichen Anonymität des Internets heraus Straftaten zu Lasten einer jungen Jägerin begehen zu können, dürfte sich bald wundern», so Fischer.

DJV-Sprecher Torsten Reinwald betonte, die Polizei ermittle inzwischen gegen rund ein Dutzend Tierrechtsanhänger. «Gegen etwa zwei Dutzend strengen wir zivilrechtliche Klagen an.»