«Feine Sahne Fischfilet»
«Feine Sahne Fischfilet»-Frontmann Jan «Monchi» Gorkow auf der Bühne. Photo: Hauke-Christian Dittrich/Archiv | Foto: Hauke-Christian Dittrich

CDU-Minister verteidigt Absage

Linke Punkband darf nicht im Bauhaus Dessau auftreten

Anzeige

Halle/Dessau-Roßlau (dpa) – Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) und das Bauhaus Dessau haben die Entscheidung verteidigt, ein Konzert der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet abzusagen.

Dem Radiosender MDR Kultur sagte Robra, eine politische Konfrontation sei mit dem Bauhaus nicht vereinbar. Die Direktorin des Bauhauses sei in die Überlegungen des ZDF nicht eingebunden gewesen und habe erst am Mittwoch von der Einladung der Band erfahren.

Das Bauhaus teilte am Freitag mit: «Aufgrund vermehrter Aufrufe in den sozialen Medien zur gewaltsamen Störung des Konzerts mussten wir annehmen, dass das Bauhaus Ziel von extremistischen Angriffen geworden wäre.» Neben dem Status des Unesco-Welterbes sei es um das Ziel gegangen, keine erneuten medialen Bilder einer gespaltenen zerrissenen Gesellschaft zu ermöglichen. «Dies steht auch im Kontext jener polarisierten gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die in den vergangenen Monaten das Bild Ostdeutschlands geprägt haben.»

Das ZDF hatte für den 6. November das Konzert zdf@bauhaus mit der umstrittenen Band geplant. Das Bauhaus hatte von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und das Konzert untersagt.

Die Aufzeichnung des ZDF werde nun an anderer Stelle stattfinden, betonte Robra. «Ich halte die Idee, eine Punkrockband aus dem linken Spektrum mit entsprechenden Fans im eher kammermusikalischen Ambiente der Bauhaus-Bühne auftreten zu lassen, für nicht besonders überzeugend.»

Beim ZDF gab es am Freitag zur Frage eines neuen Standorts für das weiterhin geplante Konzert noch keine neuen Informationen. Das Anhaltische Theater Dessau teilte auf Anfrage mit, es stehe als alternativer Veranstaltungsort nicht zur Verfügung. Durch die Absage des ZDF-Konzertes sei der eigentliche künstlerische Auftritt der Band in eine undifferenzierte politische Auseinandersetzung geraten, teilte eine Theatersprecherin mit. Das Theater würde mit der Einladung der Band – unkommentiert und als Symbol – ein politisches Statement geben, zu dem es nicht bereit sei.

Das Haus erwäge aber, am Tag des ursprünglich geplanten Auftritts oder zeitnah eine Diskussionsveranstaltung ins Programm zu nehmen, um einen differenzierten Diskurs zum Konflikt zwischen Freiheit der Kunst und deren möglichen Grenzen zu führen.