Nicht ohne Maske
Nicht ohne Maske: Atemschutz gehört in Peking mittlerweile zum Alltag. | Foto: Rolex Dela Pena

Internationale Studie

Millionen Todesfälle weltweit durch Umweltverschmutzung

London (dpa) – Umweltverschmutzung trägt weltweit zu jedem sechsten Todesfall bei. Eine internationale Studie ergibt, dass Belastungen von Luft, Wasser und Böden im Jahr 2015 etwa neun Millionen vorzeitige Todesfälle verursacht haben.

Todesursachen sind vor allem Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenleiden. In Deutschland gehen die Forscher davon aus, dass eine belastete Umgebung zum Tod von mehr als 62 000 Menschen beitrug – etwa 6,6 Prozent aller hiesigen Todesfälle, wie das Forscherteam im Fachblatt «The Lancet» schreibt. Die Arbeit soll der Politik helfen, die richtigen Schlüsse zu ziehen, um die Situation abzumildern.

Die mit Abstand gravierendsten gesundheitlichen Folgen hat demnach Luftverschmutzung. Sie hing 2015 mit 6,5 der insgesamt 9 Millionen Todesfälle zusammen und trägt vor allem zu Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen bei. Zudem starben 1,8 Millionen Menschen, weil sie sich durch verschmutztes Wasser Parasiten und Verdauungsprobleme zugezogen hatten. Schadstoffe am Arbeitsplatz und Bleivergiftungen trugen demnach zusammen zu weiteren 1,3 Millionen Todesfällen bei. Da sehr viele Schadstoffe unbekannt oder nicht ausreichend untersucht sind, gehen die Forscher davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen höher liegen.

Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab. | Foto:  Adrian Bradshaw/Archiv
Die Luftverschmutzung fordert jährlich Millionen Todesopfer. | Foto: Marcus Führer
Schornsteine eines Blockheizwerkes: Auch Deutschland bläst zu viel CO2 in die Atmosphäre. | Foto: Patrick Pleul