"Ms. Monopoly": Hasbro engagiert sich feministisch. | Foto: Hasbro

„Gender Pay Gap“ am Spieltisch

Neues Monopoly-Spiel: Frauen bekommen mehr Geld

Anzeige

Das Brettspiel Monopoly kennt wohl fast jedes Kind – es geht um Geld, Macht und Würfelglück. Hersteller Hasbro bringt nun eine feministische Ausgabe des Spiels heraus – in der Version nehmen Spielerinnen mehr Geld als männliche Spieler ein.

Das erstmals 1933 in den USA erschienene Monopoly gilt als eines der bekanntesten Brettspiele der Welt. Immer wieder wirft Hersteller Hasbro neue Monopoly-Varianten und Spielarten auf den Markt – und nun kommt eine weitere dazu: In „Ms. Monopoly“ stehen Frauen und weibliche Erfinderinnen im Mittelpunkt. Ein besonderer Clou: Spielerinnen am Spieltisch bekommen laut Regeln automatisch mehr Geld als männliche Spieler – einfach weil sie Frauen sind.

Laut der US-amerikanischen Nachrichtenseite USA Today, die als erstes über die neue Brettspielvariante berichtete, starten Spielerinnen bei „Ms Monopoly“ mit 1.900 Dollar Spielgeld. Männer erhalten nur 1.500 Dollar. Außerdem erhalten Frauen bei jeder Runde über das Brett (beim Überschreiten des „Los“-Felds) 240 Dollar, männliche Spieler nur 200 Dollar – das bedeutet einen Unterschied von 20 Prozent.

Mehr zum Thema: Gamification in Karlsruhe: Spielerische Problemlösungen

Den „Gender Pay Gap“ umgedreht

Mit der unterschiedlichen Behandlung von Spielern und Spielerinnen will Hasbro auf den „Gender Pay Gap“ (übersetzt: Geschlechtsspezifisches Lohngefälle) , die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt, aufmerksam machen. In den USA verdienen Frauen im Durchschnitt  18 bis 22 Prozent weniger als Männer – die genauen Zahlen unterscheiden sich von Studie zu Studie. In Deutschland schwankt die Zahl je nach Methode der Berechnung zwischen 6 und 21 Prozent.  Das Konzept des Gender Pay Gap ist aber nicht unumstritten.

Erfindungen von Frauen anstelle von Straßen

Anstelle von Straßenzügen kaufen die Spieler in der feministischen Variante Erfindungen von Frauen – beispielsweise die Vorläuferversion des heutigen WLAN, den Kaffeefilter oder die Isolation von Stammzellen. Davon abgesehen funktioniert das Spiel genauso wie im Original auch.

Im neuen Monopoly kaufen Spieler die Erfindungen von Frauen. | Foto: Hasbro

„Wir haben sichergestellt, dass sich das authentisch anfühlt und das am Ende ein spaßiges Spiel für Familien herauskommt. Dabei können sie über diese Dinge lernen, die Teil ihres Lebens sind und von Frauen erfunden worden sind“, wird Jen Boswinkel, globale Markenverantwortliche Monopoly bei Hasbro, von USA Today zitiert.

Neues Maskottchen

Auch das Maskottchen ist in dieser Variante ein anderes: Statt des klassischen Monopoly-Männches prangt seine Nichte, Miss Monopoly, auf der Schachtel.

„Auf diese Weise können Familien über das sprechen, was um sie herum geschieht“, wird Boswinkel zitiert. „Das ist ein einfacher Weg, um den Kindern – Mädchen und Jungen – zu erklären, was sie im Laufe der Jahre vielleicht erlebt haben.“

In den USA ist das Brettspiel bereits erhältlich und kostet 20 Dollar – Männer und Frauen zahlen den gleichen Preis.

Auch das Maskottchen wurde ausgetauscht: Statt des Original-Monopoly-Männchens ist nun seine Nichte am Zug. | Foto: Hasbro