Vulkanausbruch in Guatemala
Eine Feuerwehrfrau trägt den leblosen Körper eines Kindes in den Armen. Nach dem Ausbruch des Feuervulkans hatten viele Bewohner des Dorfes Escuintla wohl keine Chance. | Foto: Oliver De Ros/AP

Tausende auf der Flucht

Vulkanausbruch in Guatemala: Zahl der Toten steigt auf 65

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Guatemala-Stadt (dpa) – Nach dem schweren Ausbruch eines Vulkans in Guatemala bekommen die Rettungskräfte bei der Bergung Schreckliches zu sehen. In einigen Häusern an den Hängen des Volcán de Fuego (Feuervulkan) entdeckten Feuerwehrleute ganze Familien, die bei dem schweren Unglück umgekommen waren.

In den Krankenhäusern kämpften die Ärzte am Dienstag derweil weiter um das Leben der Verletzten, die zum Teil Verbrennungen dritten Grades erlitten haben.

Bei dem Ausbruch des Vulkans am Sonntag waren mindestens 65 Menschen ums Leben gekommen, wie der Katastrophenschutz des mittelamerikanischen Landes mitteilte. Die Behörden rechneten damit, das die Zahl der Opfer weiter steigt. Rund 3200 Menschen mussten demnach in Sicherheit gebracht werden. Zwei Ortschaften wurden weitgehend zerstört.

Er gehe davon aus, dass die Energie des Vulkans weiter sinken werde, sagte der Direktor des guatemaltekischen Instituts für Vulkanologie, Eddy Sánchez, bei einer Pressekonferenz. Der Vulkan sei generell jedoch aktiver als sonst. Bei den Eruptionen würden sehr heiße Gase austreten, sagte Sánchez.

Das Forensische Institut des Landes identifizierte bislang 17 Todesopfer. Die weiteren Toten wurden in Leichenhallen gebracht, um dort ihre Identität festzustellen, wie der Institutsleiter Fanuel García mitteilte. Dazu seien zwei mobile Einheiten jeweils rund 60 Kilometer südlich von der Hauptstadt Guatemala-Stadt eingerichtet worden. Die ersten Opfer des Ausbruchs wurden bereits beigesetzt.

Die Einsatzkräfte des lateinamerikanischen Landes arbeiteten ohne Pause, um den Betroffenen zu helfen, teilte die Regierung auf Twitter mit. Aus mehreren Ländern sei Hilfe durch Ärzte angeboten worden, sagte der guatemaltekische Vizepräsident Jafeth Cabrera. Die Tore des Landes stünden dafür offen, erklärte der Politiker.

Bei der Generalversammlung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Washington sprachen mehrere Teilnehmerländer Guatemala ihr Mitgefühl aus. Sie wolle ihre Solidarität mit der guatemaltekischen Regierung erklären, sagte die Vizepräsidentin Costa Ricas, Epsy Campbell, zu Beginn ihrer Rede. Dem schlossen sich auch die OAS-Vertreter aus Bolivien, Argentinien, Kanada, Kolumbien und den USA an. Die Länder boten ihre Hilfe bei der Bergung möglicher weiterer Opfer an.

Auch Papst Franziskus sprach den Opfern sein Beileid aus. Das katholische Kirchenoberhaupt wolle den Angehörigen, die den Verlust ihrer Liebsten beklagen, Trost spenden und den Hilfskräften spirituell beistehen, hieß es in einer von der päpstlichen Nuntiatur in Guatemala verbreiteten Botschaft.

Der Feuervulkan südwestlich von Guatemala-Stadt war am Sonntag ausgebrochen, die Lavamassen schlugen eine Schneise der Zerstörung durch die Siedlungen an den Hängen. Präsident Jimmy Morales erklärte den Notstand, um schneller Hilfe in das Unglücksgebiet bringen zu können. Der Vulkan war am Montag weiter aktiv, allerdings mit verminderter Intensität, wie das Vulkanologische Institut berichtete.

Der Volcán de Fuego ist einer von drei aktiven Vulkanen in dem mittelamerikanischen Land. Seit 2002 zeigt der etwa 3700 Meter hohe Berg wieder eine verstärkte Aktivität. Erst im Mai war der Vulkan ausgebrochen und hatte eine Schlammlawine ausgelöst.

Eine Aschewolke breitet sich aus. | Foto: Santiago Billy, AP
Nach einem Ausbruch des Feuervulkans in Guatemala sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden. | Foto: Luis Soto, AP
Anwohner warten in der Nähe eines temporär eingerichteten Leichenschauhauses. | Foto: Luis Soto, AP
Ein Mitglied vom Katastrophenschutz steht neben einem ascheübersäten Auto. | Foto: Prensa Libre, XinHua
Mitglieder vom Katastrophenschutz evakuieren Anwohner nach Ausbruch eines Feuervulkans. | Foto: Prensa Libre, XinHua
Der Feuervulkan spuckt eine Aschewolke aus. | Foto: Santiago Billy, AP