Kim Kardashian
Kim Kardashian verlässt den Westflügel des Weißen Hauses. | Foto: Susan Walsh/AP

Gipfeltreffen

Trump trifft Kim: Kardashian im Weißen Haus

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Washington (dpa) – Der Reality-TV-Star kam ganz in Schwarz gekleidet, aber in zitronengelben Stilettos: Kim Kardashian (37) hat am Mittwoch (Ortszeit) US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus besucht.

Die Ehefrau von Rapper Kanye West – einem erklärten Trump-Fan – setzte sich bei dem Treffen für die Begnadigung der 63 Jahre alten Alice Marie Johnson ein, die eine lebenslange Freiheitsstrafe im Zusammenhang mit Drogendelikten verbüßt.

Sie hoffe, dass Johnson «wie so viele eine zweite Chance im Leben erhält», schrieb Kardashian auf Twitter. Sie war ohne ein Kamerateam ihrer TV-Show «Keeping up with the Kardashians» im Weißen Haus erschienen. Auch nicht dabei waren ihre Schwestern und ihr Mann.

Man habe ein «großartiges Treffen» gehabt und über Strafvollzug und Verurteilungen gesprochen, schrieb Trump kurz darauf auf Twitter. Das mitverbreitete Foto zeigt Trump im Oval Office strahlend am Schreibtisch sitzend, Kardashian steht mit ernstem Gesichtsausdruck neben ihm.

Das Treffen sorgte auch für Spott in der Presse und im Netz – besonders mit Blick auf den möglichen Gipfel zwischen Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un.

Die «New York Post» etwa verlinkte über Twitter auf das Titelblatt ihrer Donnerstagausgabe mit der Überschrift: «The Other Big Ass Summit» (Das etwas andere Riesen-Treffen) und spielte damit wohl auf das prominente Hinterteil Kardashians an. Auf Twitter amüsierten sich viele Nutzer über den Zeitungstitel, es hagelte aber auch Kritik. «Dieses Titelblatt ist sexistisch und armselig», schrieb etwa Nutzer Brian Kosciesza.

Die «New York Daily News» kündigte folgenden Titel an: «The Only Kim he Could Get» (Die einzige Kim, die er kriegen konnte). Die Verwunderung über das Treffen war groß. «Stell dir sowas mal vor drei Jahren vor und versuch es zu erklären», schrieb die Komikerin Kath Barbadoro via Twitter. «Aber… aber… du solltest doch einen anderen Kim treffen. Oder?», schrieb ein Nutzer mit dem Twitter-Namen Tyrantasorus.

Kardashian hatte von Johnsons Fall aus sozialen Medien erfahren und begonnen, sich für die Frau zu engagieren. Ihrem Besuch bei Trump sollen monatelange Verhandlungen mit dessen Schwiegersohn Jared Kushner vorausgegangen sein, der eine Reform des Strafvollzugs organisieren soll. Die US-Regierung hat unter Trump den Umgang mit Drogendelikten noch verschärft. Zu dieser Politik würde eine Begnadigung Johnsons eigentlich nicht passen.

Johnson, die am Mittwoch Geburtstag hatte, sitzt seit 1996 ein. Sie war unter anderem für schuldig befunden worden, als Telefonvermittlerin in Drogengeschäften tätig gewesen zu sein. Johnson sollte bereits von Trumps Vorgänger Barack Obama begnadigt werden, aber daraus wurde nichts – angeblich aus Fristgründen.

Kardashians Ehemann Kanye West hatte vor gut einem Monat Trump via Twitter unerwartet seinen Respekt gezollt und ihn als seinen Bruder bezeichnet. Kim Kardashian selbst hatte das damals relativiert: West würde Trumps Politik nicht befürworten. Jedenfalls würden sich ihre Ansichten von denen ihres Mannes unterscheiden, schrieb sie.

Nicht alle Reaktionen im Netz zu Kardashians Besuch waren negativ. Für die eine Seite belegt er zwar die Niveaulosigkeit und das Reality-TV-hafte von Trumps Präsidentschaft. Die andere Seite meint, wegen Kardashians Einsatz würden sich nun Zehntausende junger Menschen erstmals für Missstände im Strafvollzug interessieren – und das sei eine gute Sache.

Millionen Menschen folgen Kardashians Sendungen. Sie hat auf Twitter 60 Millionen Follower – Trump «nur» 52,3 Millionen. Über Trump, der auch einmal Reality-TV-Star war («The Apprentice»), sagen viele Kritiker, er habe die Präsidentschaft in eine Show verwandelt.