Ostseestrand
Volle Strände in Zinnowitz: Das Wasser an der Ostseeküste ist inzwischen fast so warm wie an Mittelmeerstränden. | Foto: Stefan Sauer

Weiter tropische Temperaturen

Bis zu 25 Grad: Ostsee ist fast so warm wie das Mittelmeer

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Hamburg/Kiel (dpa) – Rügen ist die neue Riviera: Dank des Ausnahme-Sommers ist das Wasser an der Ostseeküste inzwischen fast so warm wie an Mittelmeerstränden. Zwischen der Lübecker Bucht und der dänischen Grenze pendeln die Temperaturen an der Oberfläche aktuell zwischen 23 und 25 Grad.

Das geht aus den Prognosen des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg hervor. «Die Normalwerte im Juli liegen bei 17 oder 18 Grad», sagte Andreas Friedrich, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In Ueckermünde am Haff hat sich das Wasser sogar auf 27 Grad aufgeheizt. Zum Vergleich: An der französischen Côte d’Azur werden im Wasser zurzeit ebenfalls rund 27 Grad gemessen.

Schwimmer in der Lübecker Bucht können sich in der Nähe der Urlauberhochburg Timmendorfer Strand über Wassertemperaturen von 24 bis 25 Grad freuen. Die Insel Fehmarn liegt mit 23 bis 24 Grad nahezu gleichauf. An der Kieler Förde sind es 24 Grad, ebenso in Eckernförde. Am Ostseebad Flensburg soll die Wassertemperatur sogar 25 bis 26 Grad erreichen.

Vor den Stränden in Lübeck-Travemünde liegen die Wassertemperaturen aktuell bei 23 Grad Celsius. «Jetzt ist es natürlich gerappelt voll», sagte die stellvertretende Kurdirektorin Heike Blankenburg. «Das Wetter tut sein übriges.»

Baden an Schleswig-Holsteins Nordseeküste ist etwas erfrischender: Vor den Inseln Sylt werden 22 bis 23 Grad bei Hörnum sowie vor Amrum 22 Grad angesetzt. Die Wassertemperatur vor Büsum und Friedrichskoog beträgt 22 bis 24 Grad. «Die Nordsee fühlt sich immer noch angenehm und erfrischend an, weil die Außentemperaturen so hoch sind», sagte Monja Thiessen von der Tourismusgesellschaft Ostfriesische Inseln.

Ein Ende der Hitzewelle ist auch in den kommenden Tagen nicht in Sicht, im Gegenteil: Aufgrund zunehmender Feuchtigkeit dürfte die 28 bis 38 Grad heiße Luft noch unerträglicher erscheinen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) zu den Aussichten für die kommenden Tage berichtete. Am Sonntag und Montag kommt es zumindest in der Nordhälfte stellenweise zu einer leichten Abkühlung. An der See betragen die Temperaturen dann nur noch 21 Grad. Im Süden wird bei Temperaturen zwischen 28 und 35 Grad weiter geschwitzt.

Üble Folgen hat die Hitzewelle mittlerweile für die Fische im Hochrhein. Mit den steigenden Wassertemperaturen ist die Schmerzgrenze für Äschen und Bachforellen erreicht. 27,4 Grad hat der schweizerische Fischereiverband im Wasser bei Stein am Rhein westlich des Bodensees gemessen. Wasser über 27 Grad gilt als tödlich. «Laut Literatur müssten die Fische schon sterben», sagte der Artenschutzbeauftragte des schweizerischen Fischereiverbandes, Samuel Gründler. Noch würden aber nur einzelne tote Fische gefunden.

Was gegen Hagel gut ist, hilft auch gegen zu viel Sonne – zumindest bei den Äpfeln ist das so. Nach Wochen in praller Sonne können die schon mal einen Sonnenbrand und damit hässliche braune Flecken bekommen. Rund um den Bodensee ist das aber kein großes Problem. Grund: «Die Hälfte der Apfelbäume steht unter Hagelschutznetzen – das hilft auch gegen Sonnenbrand», sagt der Geschäftsführer der Obstregion Bodensee e.V., Dietmar Bahler.

Doch auch bei Bäumen ohne Netz sei der Sonnenbrand insgesamt kein großes Problem. «Nur sehr wenige Früchte ganz oben sind betroffen.» Was den Obstbauern viel mehr zu schaffen macht, ist die Trockenheit. Sie hemmt das Wachstum. «Wir bräuchten dringend mal richtigen Regen», sagt Bahler.

Strand auf Norderney: Die Nordsee ist ein wenig erfrischender als die Ostsee, wo die Wassertemperatur bei bis zu 25 Grad liegt. | Foto: Volker Bartels
Niedrigwasser in Düsseldorf: Es ist nicht mehr viel drin im Rhein. | Foto: Christophe Gateau
Ein junger Mann springt am Lechwehr in Bayern in die kühlen Fluten des Lechs. | Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Ein Mann läuft mit seinem Hund im ausgetrockneten Flussbett der Dreisam in Freiburg. | Foto: Patrick Seeger
Blitze zucken während eines Gewitters über Stuttgart. | Foto: Christoph Schmidt
Ein Schild warnt an einem Badeteich in Hannover vor Blaualgen. Immer mehr Badegewässer sind wegen des starken Algenbefalls gesperrt. | Foto: Sebastian Gollnow
Retter in der Not: Ein Feuerwehrmann wässert in Frankfurt am Main die noch recht jungen Straßenbäume in einem Neubaugebiet. | Foto: Frank Rumpenhorst