Baikonur
Die aufgerichtete Sojus-Rakete auf der Startrampe des Weltraumbahnhofs im kasachischen Baikonur. | Foto: Joel Kowsky/NASA/AP

Erbe aus Sowjetzeiten

Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan

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Baikonur (dpa) – Für den Start des deutschen Astronauten Alexander Gerst wurde die historische Startrampe 1 gewählt, von der aus Juri Gagarin 1961 als erster Mensch den Kosmos erkundete.

Ein «Riesenkompliment» sei das, sagte Gerst (42) vor seinem Start. «Der Kosmos beginnt auf dem Boden», steht in roten kyrillischen Buchstaben auf einer der Baracken inmitten der Steppe Zentralasiens. Mehr als 500 Raketen sind in den vergangenen rund 60 Jahren vom «Gagarin-Start» aus ins All geflogen.

Die Sowjetunion hatte die gesamte Anlage in den 1950er Jahren inmitten des Kalten Krieges aus dem Steppensand gehoben. Heute pachtet Russland das Areal von der dreifachen Größe Luxemburgs für 115 Millionen US-Dollar von der verbündeten Ex-Sowjetrepublik Kasachstan. Nur vier von ursprünglich rund 20 Startrampen sollen einsatzbereit sein. Viele Gebäude sind in die Jahre gekommen. Manche wirken ungenutzt, die Witterung mit brüllender Hitze im Sommer und beißendem Frost im Winter tut ihr Übriges.

Wie lange es noch Starts geben wird, ist ungewiss. Langfristig will Russland Baikonur und den Startplatz Nr. 1 für die Nachwelt erhalten und sie auf die Liste des Unesco-Welterbes setzen lassen.