Scherben hinterlassen unbekannte Täter an geparkten Autos in der Region. In fast 100 Fällen wurden Heckscheiben zerstört. | Foto: Polizeipräsidium Karlsruhe

Bereits über 90 Fälle

Blinde Zerstörungswut an geparkten Autos

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Täter zerstören Heckscheiben

Wenn Betroffene mit einem Kopfschütteln reagieren, ist das noch eine verhaltene Reaktion. Bei den meisten Kfz-Haltern erzeugt die blinde Zerstörungswut von bislang noch unbekannten Tätern vielmehr eine hochgradige Verärgerung, wenn nicht gar Wut.  Das Ziel der Täter sind Auto-Heckscheiben, die sie zerstören.  Über Weihnachten häuften sich die Fälle, bei denen Autobesitzer in Karlsruhe, Ettlingen und Malsch Scherben an ihrem geparkten Pkw registrierten, auf fast 100, wie die Polizei  bekanntgab. Auch Scheiben an Bushaltestellen in Malsch und Durmersheim gingen schon zu Bruch.

In dieser Form hatten wir das noch nicht.

Das Polizeipräsidium in Karlsruhe schätzt den bisherigen Sachschaden der blinden Zerstörungswut in der Region auf einen mittleren fünfstelligen Euro-Betrag. „In dieser Form hatten wir das noch nicht“, sagt Polizeisprecher Ralf Minet im Gespräch mit dieser Zeitung.

 

Bei der Suche nach Verdächtigen tappen die Ermittler aber noch im Dunkeln. Sicher ist nur: Die Serie der Sachbeschädigung nahm bereits am Samstag, 17. Dezember, in Karlsruhe-Rüppurr ihren Lauf. Bei einer Gaststätte im Gottlob-Schreber-Weg wurden die Heckscheiben zweier geparkter Fahrzeuge mit einem unbekannten Gegenstand eingeschlagen.

Die ersten  Fälle wurden in Rüppurr bekannt

Weitere Taten folgten in der Fächerstadt, aber auch in Ettlingen, Malsch, Rheinstetten und Durmersheim. Über Weihnachten schnellten die Fallzahlen nach oben: Allein aus Ettlingen meldeten über 50 Autobesitzer eine zerstörte Heckscheibe, aus den Karlsruher Ortsteilen Rüppurr und Bulach kamen 30 Meldungen. Weitere Fälle wurden in Malsch, Ettlingenweier, Sulzbach und Ettlingen registriert. Auch an Bussen der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) gingen Scheiben zu Bruch.

Schleuder oder Hammer als Tatwerkzeug

Kriminaltechniker gehen nach den bisherigen Ermittlungen davon aus, dass die Schäden an den Heckscheiben möglicherweise von einer Schleuder oder von einem sogenannten Nothammer herrühren. Die Polizei schließt zudem nicht aus, dass der oder die Täter aus einem fahrenden Fahrzeug heraus agieren. Projektile oder Geschosse wurden allerdings bislang nicht sichergestellt.
Wer verdächtige Personen beobachtet, sollte umgehend die Notrufnummer 110 anrufen, rät Polizeisprecher Minet. Mögliche Zeugen bisheriger Taten können sich auch unter der Nummer (07243) 320000 an das ermittelnde Polizeirevier Ettlingen wenden.