Tony Marshall im Weinberg bei Kappelrodeck.
Tony Marshall im Weinberg bei Kappelrodeck. | Foto: Winzerkeller

Zum 80. Geburtstag

BNN-Leser berichten von Erlebnissen und Begegnungen mit Tony Marshall

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Einfach riesig war die Resonanz auf den BNN-Aufruf an die Leser, von persönlichen Begegnungen und Erlebnissen mit Tony Marshall zu berichten. Einige der schönsten Lesergeschichten zum Thema Tony Marshall haben die BNN in ihrer Ausgabe vom 3. Februar 2018 veröffentlicht – zu dem Tag, an dem der „Stimmungsmacher der Nation“ in seiner Heimatstadt Baden-Baden mit rund 200 Gästen seinen 80. Geburtstag feiert. Gewissermaßen als Zugabe gibt es nachfolgend weitere Erlebnisse und Erinnerungen, die Leserinnen und Leser der Badischen Neuesten Nachrichten mit Tony Marshall hatten bzw. haben.

„Die kleine Kneipe“

„Die kleine Kneipe“, ja, das war ein Lied aus den 70er Jahren von Peter Alexander. Eine kleine Kneipe betrieb Tony Marshall 1967 auch in Baden-Baden in der Fürstenbergalle. Rolf Klein arbeitete damals beim damaligen Südwestfunk (heute SWR) und war mit Kollegen nach Mitternacht in der Kneipe, die heute ein Wohnhaus ist.

Hinter dem Tresen stand natürlich Tony Marshall und schenkte die Getränke aus. Auf Wunsch der Gäste legte der die Platte „Aline“ auf und sang live dazu. „Einer seiner ersten Titel – ein wunderschönes Lied“, findet Rolf Klein noch heute.

„Freund Herbert“ an der Gitarre

Als junger Studienassessor war Ferdinand Gruner nach den Weihnachtsferien im Januar 1971überraschend von Freiburg an das Gymnasium Hohenbaden nach Baden-Baden versetzt worden. Bis er eine Wohnung fand, wohnte er im Hotel „Morgenröte“. Als das zum Monatsende aber seine Pforten für immer schloss, wurde Gruner vom Besitzer Herbert Bess zu einem Abschiedsabend eingeladen, der durch seinen „Freund Herbert“ mit Gitarre und Gesang „ zu einem unvergessenen grandiosen Event wurde“.

Herbert Anton Hilger ist der eigentliche Name von Tony Marshall, von dem sprach damals aber noch niemand, schreibt der Leser aus Baden-Baden „aber ich spürte, dass ich hier in meinen ersten Tagen in Baden-Baden einem ganz großen Entertainer begegnet war“.

Tonys „Anstoßtechnik“

Bei einer Feier des früheren Weltklassesprinters Heinz Fütterer saß Werner Kraft vor einigen Jahren mit Tony Marshall gemeinsam am Tisch. „Bei uns war Stimmung vom Anfang bis zum Ende, Tony war nicht zu bremsen“, ist dem BNN-Leser in Erinnerung geblieben. „Was ich nie vergessen werde, ist Tonys ’Anstoßtechnik’ mit seinem Rotweinglas. Er hielt es nicht senkrecht, sondern schräg, so dass ich immer Angst hatte, dass der Wein raus läuft.

Autogramm für den Neunjährigen

Markus Bader war 1974 gerade neun Jahre alt und besuchte in Straßdorf bei Schwäbisch Gmünd die 4. Klasse der Grundschule. Eine Karte für das große Konzert mit Stargast Tony Marshall anlässlich des Festes des örtlichen Turnvereins zu dessen 100-jährigem Bestehen konnte er freilich nicht ergattern, hatte aber Glück, dass sein Paten-Onkel im Zelt einen Süßwarenstand betrieb.

Erstmals im Konzert eines Stars

So kam der kleine Markus über den Personaleingang ins Festzelt und konnte Tony Marshalls Auftritt miterleben. „Das Autogramm, das ich am Ende der Show ergatterte, war für mich viele Jahre eine schöne Erinnerung an mein erstes Konzert eines Stars“, schreibt der Leser aus Ettlingen.

Tony im Weinberg

Tony Marshall ist schon seit Jahrzehnten ein guter Freund des Winzerkellers Hex vom Dasenstein in Kappelrodeck. Er eröffnete etwa  2002 den umgebauten Winzerkeller oder überraschte die Belegschaft mit musikalischen Einlagen bei der Weihnachtsfeier, berichtet Mike Käshammer vom Winzerkeller.
Sogar ein eigener Weinberg in dem die Trauben für die Tony-Marshall-Edition gedeihen, gibt es in Kappelrodeck.

Postkarten an die ZDF-Hitparade

Als 15-Jähriger lernte Volker Pöhland im Jahr 1970 im damaligen „Adlerkeller“ in Gernsbach Tony Marshall kennen. Der sang damals noch „Ein Talismann mit braunen Augen“ und „Aline“. „Ich hatte den Arm in Gips und er schrieb mir ’Good luck!’ drauf“, berichtet der Leser aus Kappelrodeck, der sich von da an als Fan von Tony bekannte und einen Fan-Club gründete.

Bei einem Treffen im Gaggenauer Waldseebad wurde mit einem Manager Herbert Nold auch über den Song „Schöne Maid“ diskutiert, der dem Anspruch des klassisch ausgebildeten Sängers eigentlich nicht gerecht wurde. Dass dieses Lied so ein großer Erfolg werden würde, damit hatte keiner gerechnet, meint Pöhland. „Ich weiß noch, wie wir Postkarten an das ZDF schickten, damit er in die Hitparade kam.“

Klasse Stimmung mit einem Badener an Bord

Tony Marshall ist ein Stimmungsmacher. Das kann Gerhild Schnürer aus Karlsruhe bestätigen. Am 11. Februar 2011 war sie mit ihrem Mann auf der MS Albatros zwischen Moorea und Bora Bora in der Südsee unterwegs. Stargast bei der Gala-Show auf dem Kreuzfahrtschiff: Tony Marshall. Das Paar aus Karlsruhe freute sich „über einen Badener an Bord“, während viele Passagiere („Nordlichter“) abwinkten: „Zu so was gehen wir nicht!“.

Wäre das Schiff gesunken, keiner hätte es gemerkt

Die Beobachtung der Schnürers: „Das Pool-Deck war komischerweise übervoll, die Stimmung klasse!“. Und: „Wäre das Schiff gesunken, keiner an Bord hätte es bemerkt!“

Als die Hose riss…

Eine Geschichte zum Schmunzeln kann Gerhard Boschert aus Achern erzählen. Anfang der 70er Jahre war bei einem Ehrungsabend des Mittelbadischen Sängerkreises in der Turn- und festhalle in Önsbach auch Tony Marshall angesagt. Allerdings war nicht sicher, ob er kommen würde, da er am Abend noch einen Auftritt in der Schweiz hatte. Aber gegen 23 Uhr war der Tony dann doch da und sang nicht nur über die „Schöne Maid“.

Schürze rettet Auftritt

Als er sich zum einem Fan nach vorne neigte, riss seine Hose… Das Ende des Auftritts war es nicht: „Frauen banden ihm schnell eine Arbeitsschürze um und so war der weitere Auftritt gerettet!“

Nicht der Chef, sondern Tony

Das Weihnachtsessen am 26. Dezember 2015 in der „Klosterscheuer“ in Bad Herrenalb werden Norbert und Ute Heß und ihre Kinder aus Karlsruhe so schnell nicht vergessen. Dass Tony in dem Restaurant öfter verkehrte, war der Familie bis dahin nicht bekannt. Als ein Herr in einem langen schwarzen Ledermantel am Tisch vorbei lief und höflich grüßte, dachte ein Teil der Kinder, das sei der Chef – aber es war Tony Marshall.

Tony Marshall eben

Ute Heß klärte sie auf und fragte den prominenten Gast, ob er für ein gemeinsames Bild zur Verfügung stehe. „Ja, klar“, war die Antwort und er habe sich bedankt. Ute Heß tat das auch  – „für seine Freundlichkeit. Tony Marshall eben.“

Begrüßung per Handschlag

Der Schlagerstar – einer wie du und ich. So erlebte Erika Juretzky Tony Marshall während eines Wellnesswochenendes im Hotel Dollenberg in Bad Peterstal-Griesbach. Bei einer Wanderung zur Remchtal-Hütte traf sie den Star mit einem Fotografen. „Er kam sofort auf uns zu und begrüßte uns mit Handschlag wie wenn wir uns schon ewig kannten.“ Das Erinnerungsfoto des Fotografen kam übrigens per Post.

Stolz auf ein Autogramm

Es liegt schon einige Zeit zurück, aber der Tag blieb unvergessen: Vor fast 51 Jahren, am 10. April 1967, feierten viele begeisterte Fans in der damaligen VfB-Halle in Bretten den damaligen „Stimmungsmacher und Partykönig“ Tony Marshall.

Tony Marshall in den Anfangsjahren seiner Karriere in der damaligen VfB-Halle in Bretten. | Foto: privat

Marianne Glöckler war damals gerade 16 Jahre alt und hatte für sich und ihren Freund und heutigen Ehemann Erich sowie Freunde Karten gekauft. Natürlich wurden Erinnerungsfotos geschossen – und auf ein Autogramm von Tony war Marianne Glöckler damals mächtig stolz.

Tony im „Scotch-Club“

Sechs Jahre lang, bis 1973, betrieb Renate Moser aus Neunbürg mit ihrem Mann das Gasthaus „Deutscher Kaiser“ in Bretten und die dazugehörende Diskothek „Scotch-Club“. Ab 1969 gastierte dort auch Tony Marshall und soll vor begeisterten Fans schon die „Schöne Maid“ besungen haben.

Die Gäste hätten damals umgehend einen Fanclub gegründet und zogen mit ihrem Idol dann von Auftritt zu Auftritt. „Die Wurzeln seiner Karriere, bevor er richtig ’berühmt’ wurde, dürften aber vermutlich im Scotch-Club“ gelegen haben“, mutmaßt Renate Moser heute.

Für Konzert in Rintheim Urlaub unterbrochen

Kommt er oder kommt er nicht? Er kam. Als Tony Marshall dem Vereinigten Chor Rintheim im Jahr 2006 die Zusage für ein Konzert zum 130-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 2007 gab, hatte er wohl nicht bedacht, dass er zu dem Zeitpunkt eigentlich im Urlaub in Spanien weilen sollte.

Umjubeltes Gastspiel

Doch der Star hielt Wort, landete mit dem Flieger aus Spanien in Basel, wurde dort mit dem Auto abgeholt und gab „ein umjubeltes und viel beachtetes Gastspiel in „Rintheims Kulturschuppen Dreschhalle“, wie Peter Alexander vom Vereinigten Chor Karlsruhe Rintheim 1877 berichtet.

Zeitlich eng wurde es nach dem Konzert: Wegen Staus auf der Autobahn 5 platze der Anschluss in Baden-Baden. Tony musste mit dem Taxi nach Basel fahren, um den Rückflug nicht zu verpassen. „Nach seiner Rückkehr haben wir uns bei ihm entschuldigt und bei einem guten Glas Rotwein und einer finanziellen Beteiligung an den Taxikosten wurde es dann doch noch erfreulicher Abschluss!“

Weinkönigin trifft Tony

Katharina Zimmer verbindet mit Tony Marshall den Badische Wein. Als Badische Weinkönigin durfte sie im Jahr 2013 mit dem Sänger einen Nachmittag verbringen. Dabei verkostete sie mit Tony einen seiner Lieblingsweine, einen badischen Spätburgunder. „Die ganz persönliche Weinprobe mit Tony Marshall war eine der schönsten Begegnungen während meiner Amtszeit“, schreibt die frühere Weinkönigin aus Odenheim.

Komm gib mir deine Hand…

„Komm gib mir deine Hand“ war nicht nur ein Hit auf der Bühne, sondern auch ein Motto für das  soziale Engagement von Tony Marshall.  Seit 1999 engagiert sich Tony  gemeinsam mit Tochter Stella und seiner Stiftung für Menschen mit Behinderung, betont Annette Diringer, Pressesprecherin der Reha-Südwest für Behinderte gGmbH in Karlsruhe.

Ein Star zum Anfassen

Neue Wohn- und Betätigungsformen will er fördern, damit sich Menschen mit Behinderung persönliche und berufliche Wünsche und Träume erfüllen können.

Tony Marshall zu Besuch bei Reha Südwest in Karlsruhe. | Foto: Reha Südwest

„Ohne viel Aufhebens, aber mit viel Gefühl und Sinn für ihre Anliegen, sorgte er bei seinen Besuchen in Einrichtungen der Reha-Südwest für gute Laune und Fröhlichkeit. Tony Marshall – für viele ein unvergessliches Erlebnis! Ein Star zum Anfassen, dem auch sie die Hand reichen, ihm herzlich zum Geburtstag gratulieren und Danke sagen. Wir sind so froh gelaunt, und haben allen Grund dafür…“

„Junge, komm bald wieder“

Von einem Erlebnis der „Bühler Hexen“ berichtet  Petra Steffen-Harlacher aus Bühl. Es war am Schmutzigen Donnerstag 2014  in einem Bühler Autohaus. „Wir sind in geselliger Runde auf der Empore des Volvo Verkaufsraumes gesessen und Toni hat mit uns Lieder gesungen.“ Nach einer Pause rief Petra Steffen-Harlacher in der Raum:  “Tony sing uns doch noch ein Lied von dir, zum Beispiel ‚Junge, komm bald wieder“.

Besuch bei den „Bühler Hexen“: Tony Marshall mit Petra Steffen-Harlacher. | Foto: privat

Die Leserin aus Bühl weiter: „Ich glaube ich muss nicht erwähnen das die anderen Tränen in den Augen hatten vor lachen.“ Der Gast und Unterhaltungsprofi   hat es gelassen genommen und beim Abschied,  als er die Treppe hinunter schritt, tatsächlich „Junge, komm bald wieder“ gesungen.