Kinosaal in Karlsruhe mit Franz Alt auf der Leinwand
Einzigartiges Projekt zur Geschichte der Region: Vor geladenen Gästen wurde die Kinoversion der DVD-Reihe „Zurückgespult“ aufgeführt. Einer der Zeitzeugen, die für das BNN-Projekt gewonnen wurden: der bekannte Fernsehjournalist Franz Alt. | Foto: Hora

„Zurückgespult“ im Handel

Ein Best of für die Leinwand

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„Ein tolles, zeitgeschichtliches Dokument“, „ein bewegender Film, der große Ereignisse mit Privatem verbindet“, „ein herausragendes Projekt für die ganze Region“: „Zurückgespult“, das ehrgeizige Filmprojekt der BNN zusammen mit ihren Lesern, hat die Feuertaufe auf der großen Leinwand bestanden. Im Filmpalast am ZKM wurde eine eigens erstellte Version von gut 60 Minuten gezeigt, und die Zuschauer – darunter auch etliche Filmemacher sowie Zeitzeugen, die in der Dokumentation zur Wort kommen – waren voll des Lobes über das ehrgeizige Projekt. Über 240.000 Meter privater Film aus sechs Jahrzehnten wurden dafür gesichtet und digitalisiert. Die besten Szenen der engagierten Hobbyfilmer fanden Eingang in die fünfteilige DVD-Reihe. Auf der Verbrauchermesse „offerta“ gibt es die exklusive Box zum Sonderpreis von 49,90 Euro.

Es sind Szenen wie diese, die womöglich im Orkus von Kellern und Dachböden verschwunden wären, hätten die BNN vor sieben Monaten nicht beschlossen , die privaten Filmschätze unserer Heimat zu heben. Alls die privaten Aufnahmen eines Karlsruhers aus den späten 40er-Jahren über die Leinwand flimmern, ist es mucksmäuschenstill im Saal und mancher älterer Zuschauer hat einen Kloß im Hals und Tränen in den Augen angesichts des am eigenen Leib erfahrenen Leids. Die prachtvollen Straßenzüge Karlsruhes – zerstört durch Bombenhagel und Feuersbrunst. Die evangelische Stadtkirche am Marktplatz – nur noch ein Schatten ihrer einstigen Pracht. Zwischen Schuttbergen und Gebäudeskeletten irren Menschen umher, die in den Trümmern des „Tausendjährigen Reiches“ nach den kümmerlichen Resten ihres einstigen Lebens suchen.

Doch auch dieses halten die Hobbyfilmer aus Karlsruhe, Pforzheim oder Bruchsal fest: Aufbruchstimmung, Hoffnung auf die Zukunft. Ein kühner Filmschnitt – schon schwenkt die Kamera hinüber in die Goldstadt, wo Jungs in kurzen Hosen und mit ordentlichem Seitenscheitel ihrer Leidenschaft fürs Seifenkistenrennen frönen. Noch sind die Spuren des schrecklichen Krieges allerorten zu sehen sind, doch in den Gesichtern der Kinder spiegelt sich das Glück wider über diese willkommene Abwechslung zum wohl eher tristen Alltag der Nachkriegszeit.

Frank Rudolf und Wolfgang Köppendörfer
Geschafft: Frank Rudolf (links), der das Filmmaterial digitalisierte, und Wolfgang Köppendörfer von rt1.tv, der die DVD-Reihe konzipierte. | Foto: Hora

Das Echo unserer Leser war, wie schon mehrfach berichtet, überwältigend: Statt der erhofften 100.000 Meter Film trudelten über 240.000 Meter Film in den Geschäftsstellen ein – der Grundstock für die fünfteilige DVD-Reihe „Zurückgespult“.  „Für uns war dieses Projekt eine echte Premiere. Seit 71 Jahren beschreiben wir das Geschehen in der Region, berichten über Buga und Demonstrationen gegen die Atomenergie. Was wir heute aber sehen, sind Bewegtbilder aus den privaten Wohnzimmern unserer Leser“, so Gesamtredaktionsleiter Klaus Gaßner.

Für die Präsentation von „Zurückgespult“ vor geladenen Gästen hatte die Augsburger Medienschmiede rt1.tv eigens eine gut einstündige Kinoversion gefertigt, ein „Best of“ aus der knapp dreistündigen DVD-Reihe. Mancher Hobbyfilmer aus der Region, der sich mit Begeisterung an dem BNN-Projekt „Zurückgespult“  beteiligt hatte, erlebte nun erstmals wie sein Streifen Teil eines großen Ganzen wird: einer Dokumentation über unsere Region und die Menschen, die hier leben.

BNN-Mitarbeiter in historischen Kleidern
Modischer Blickfang: BNN-Mitarbeiter waren für die Premiere von „Zurückgespult“ in typische Kleidung aus sechs Jahrzehnten geschlüpft. | Foto: Hora

Nicht nur etliche Filmemacher waren nach Karlsruhe gekommen. Auch prominente Namen – darunter ZKM-Chef Peter Weibel und der langjährige ARD-Gerichtsreporter Karl-Dieter Möller – ließen sich die Premiere im Filmpalast am ZKM nicht entgehen. Und weil Premieren immer etwas Besonderes, etwas Festliches sind, hatten BNN-Marketingleiter Andreas Langner und sein Team im Vorfeld ganz schön gewirbelt.

Der ausgefallenste Blickfang? BNN-Beschäftigte in historischen Kostümen, angefangen beim Kameramann in stilechten Knickerbockern bis hin zu den „Platzanweiserinnen“ im geblümten Petticoat. Zur Einstimmung gab es Popcorn und Prosecco, und mancher Zuschauer kaufte sich gleich eine DVD-Box. Denn in einem waren sich alle Beteiligten einig: Die vielen tollen Filmszenen aus den privaten Archiven, über persönliches Glück, aber auch über schreckliche Stunden machen Lust auf mehr. „Es ist, als hätte ich in einer Zeitkapsel Platz genommen und wäre in meine eigene Kindheit und Jugend zurückgeflogen“, fasste eine Zuschauerin ihre Gefühle zusammen. Und damit war sie an diesem Abend im Filmpalast nicht allein.

Kinosaal in Karlsruhe
Großes Kino mit großen Momenten: Sechs Jahrzehnte deckt die DVD-Reihe „Zurückgespult“ ab. | Foto: Hora

Großes Lob für BNN-Projekt Zurückgespult

Fröhlich, wehmütig, heiter nostalgisch – die Reaktionen der Premieren-Besucher auf das Best of von „Zurückgespult“ fielen durchweg positiv aus. Stellvertretend für das positive Echo hier einige Stimmen.

„Es gibt ein Genre, das heißt Found Footage – gefundenes Material. Darin schneidet dieses Produkt wirklich ausgezeichnet ab. Sehr, sehr viele Menschen haben sehr viel dokumentiert. Daraus ergibt sich ein kollektives Gedächtnis – eine gute Mischung aus privaten, politischen, alltäglichen Ereignissen. Aus Ausnahmesituationen und Naturkatastrophen. Der Film zeigt das Spiel des Lebens. Vieles macht einen wehmütig und nostalgisch und lässt einen auch gleichzeitig sagen: ’Na gut, wenn die das geschafft haben, dann werden wir das auch schaffen.“ Peter Weibel, Chef des Zentrum für Kunst und Medien (ZKM), Karlsruhe

ZKM-Chef Peter Weibel im Gespräch mit BNN-Anzeigenverkaufsleiter Udo Kamilli.
Reger Gedankenaustausch: ZKM-Chef Peter Weibel (rechts) im Gespräch mit BNN-Anzeigenverkaufsleiter Udo Kamilli. | Foto: Hora

Von der ersten Sekunde an spult man selbst sein Leben zurück. Man erinnert sich an die Klamotten, die man anziehen musste, die Familienfeiern – Konfirmation, Hochzeiten. Das Verdienstvolle an dem Film ist, dass er sich nicht orientiert an einem platten Zeigen von touristischen Aufnahmen – was man erwarten könnte. Die privaten Aufnahmen ermöglichen es, eine ganz persönliche Lebensbilanz zu ziehen. Das sind nicht die Bilder aus einem Stadtarchiv, die eine Stadt dokumentieren, sondern Aufnahmen, die einem deutlich machen, mit welchen Menschen die Stadt groß geworden ist. Man kann unglaublich schön eintauchen und ich freue mich auch wirklich auf die ganze Serie, die da entstanden ist. Ich will mehr sehen.“ Martin Wacker, Geschäftsführer der Karlsruhe Event GmbH

der Geschäftsführer der Karlsruhe Event GmbH Martin Wacker unterhält sich mit einem Hobby-Filmer.
Wie bei uns zu Haus: der Geschäftsführer der Karlsruhe Event GmbH Martin Wacker (lnks) unterhält sich mit einem Hobby-Filmer. | Foto: Hora

„Kompliment zu dieser echten Fleißarbeit. Den BNN ist es gelungen, in Bild und Ton ihr Verbreitungsgebiet hervorragend abzubilden. Die Beiträge sind interessant und gut gewählt. das alles zu sichten und einen roten faden zu finden ist viel Arbeit. Man erlebt als Zuschauer so manchen „Aha“-Effekt. Sehr beeindruckend fand ich beispielsweise die Bilder eines Hobbyfilmers von der Bundesgartenschau. Beim Beitrag über den Flugzeugabsturz in Forst habe ich sogar meinen Tontechniker vom damaligen SDR wiedererkannt.“ Karl-Dieter Möller, Rechtsexperte der ARD, er lebt in Schöllbronn

Service

Auf der Karlsruher Verbrauchermesse „offerta“ ist die fünfteilige DVD-Kollektion „Zurückgespult“ mit einer Gesamtspieldauer von fast drei Stunden zum Sonderpreis von 49,90 Euro erhältlich. Zudem wird die DVD-Reihe in den Geschäftsstellen der BNN sowie in ausgewählten Buchhandlungen der Region erhältlich sein. Dort kostet das DVD-Set 59,90 Euro.

Und wer lange oder kurze Wege scheut? Die BNN haben eigens eine eigene Verkaufsseite im Internet eingerichtet. Bezahlt werden kann bequem per Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal. Die Versandkostenpauschale beträgt 3,99 Euro. Dafür bekommt man die „Filmschätze unserer Heimat“ bequem nach Hause geliefert.