In Gaggenau wurden heute früh das Rathaus, der Marktplatz und die Stadtbibliothek geräumt. | Foto: Christian Bodamer

Entwarnung in Gaggenau

Bomben-Drohung sorgt für Aufruhr

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In Gaggenau wurden heute früh gegen 8 Uhr wegen einer Bombendrohung das Rathaus, die Stadtbibliothek und der Marktplatz geräumt und weiträumig abgesperrt. Die Einsatzkräfte der Polizei waren schnell vor Ort und haben die Gebäude durchsucht. Es wurde ein Zusammenhang mit der gestrigen Entscheidung vermutet. Um 9.58 Uhr wurde der Marktplatz wieder freigegeben. Gaggenauer Bürger und Rathausmitarbeiterinnen zeigten sich im Interview bestürzt über die Vorkommnisse.

Auf dem Gaggenauer Rathaus diskutieren Bürger und Mediensprecher über die Vorkommnisse.
Auf dem Gaggenauer Rathaus diskutieren Bürger und Mediensprecher über die Vorkommnisse. | Foto: Kocher

Zusammenhang mit der gestrigen Absage vermutet

Der anonyme Anrufer habe die Drohung mit der Absage des gestrigen Besuch des türkischen Justizministers begründet. Die Stadt Gaggenau hatte gestern die genehmigte Wahlveranstaltung, bei der auch Bekir Bozdag auftreten sollte, aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagt. Die Badischen Neuesten Nachrichten berichteten über die Absage und die Verärgerung, die diese zur Folge hatte. Die Entscheidung stellt die deutsch-türkischen Beziehungen auf eine schwere Belastungsprobe. Bozdag bezeichnete die Absage als inakzeptabel. Das könne man nicht Demokratie nennen, erklärte er. Gaggenaus Bürgermeister Michael Pfeiffer sagte hingegen gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten, dass die Absage keinen politischen Grund gehabt habe.

Rund 70 Bürger demonstrierten am Abend vor Ort und zeigten Flagge.

Bürgermeister Michael Pfeiffer im BNN-Interview

Die Bombendrohung ging um 7.45 Uhr ein. Bürgermeister Michael Pfeiffer wurde kurz nach 8 Uhr informiert und hat gemeinsam mit der Polizei veranlasst, dass das Rathaus und der umliegende Bereich geräumt und nach verdächtigen Gegenständen durchsucht wurden. Bürgermeister Michael Pfeiffer sagte im Interview mit der BNN: „Wir gehen natürlich davon aus, dass sich diese Bombendrohung in die Situation, die gestern entstanden ist, einreiht.“ Die Absage für die Veranstaltung der UETD und den Auftritt des türkischen Justizministers Bekir Bozdag habe wohl diese Drohung nach sich gezogen, so Pfeiffer.

Um 9.58 Uhr wurde der Marktplatz wieder freigegeben, nachdem die Suche erfolglos blieb.

Zwei Sprengstoffspürhunde im Einsatz

Laut der Polizeisprecherin des Präsidiums Offenburg, Karen Stürzel, ist die Durchsuchung des Rathauses durch die Polizei und zwei Sprengstoffspürhunde nun seit 12 Uhr abgeschlossen. Es wurde keine Bombe gefunden. „Die polizeilichen Maßnahmen sind damit beendet, das Gebäude ist wieder freigegeben.  Die Kripo übernimmt jetzt die Ermittlungen“, so Stürzel. Bürgermeister Pfeiffer sagte: „Es gibt keine Anhaltspunkte für einen realistischen Hintergrund. Ich fühle mich jetzt deutlich besser.“ Oberbürgermeister Christof Florus wird gegen Nachmittag im Rathaus erwartet.

Der Marktplatz, der in den Morgenstunden noch abgesperrt war, war bereits nach kurzer Zeit wieder freigegeben. Zahlreiche Passanten und Pressevertreter stehen dort nach wie vor in Grüppchen zusammen und diskutieren über die Ereignisse der vergangenen Stunden.