Lokalderby in Langensteinbach: Viele Zuschauer werden am Samstag im SONOTRONIC Sportpark erwartet. | Foto: SVL

SVL: „Mir schenke nichts“

Brisantes Lokalderby im SONOTRONIC Sportpark

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Für die Karlsbader ist das Lokalderby „ein absolutes Highlight“. Schon seit Tagen ist es das Gespräch an den lokalen Fußballer-Stammtischen: Das Lokalderby in der Landesliga am vorletzten Spieltag zwischen dem SV Langensteinbach und dem ATSV Mutschelbach am Samstag um 17 Uhr im SONOTRONIC Sportpark. Die Brisanz erhöht sich noch dadurch, dass der in seinen Meisterschaftsambitionen am vergangenen Mittwoch in Östringen gestrauchelte Tabellenzweite aus Mutschelbach unbedingt punkten muss. Nur so kann der ATSV am letzten Spieltag die Chancen auf Meisterschaft beziehungsweise den Relegationsplatz zum Aufstieg in die Verbandsliga sicher erhalten.

„Mir schenke nichts, auch wenn es um goldene Ananas geht“

„Mir schenke nichts, auch wenn es für uns nur noch um die goldene Ananas geht“, sagt SVL-Vorsitzender Hans Rupp.
Trotz einiger schwächerer Auftritte der Weber-Elf an vergangenen Spieltagen – Ausnahme: das Spiel gegen den Mitaufstiegsfavoriten Español – setzt er darauf, dass für den ATSV gegen den SVL wie in der Vergangenheit schwer etwas zu holen ist.

Mehr als 500 Zuschauer beim Lokalderby erwartet

Mehr als 500 Zuschauer erwartet er im Langensteinbacher Stadion auf dem Wagenburg-Areal, auch wenn das benachbarte höherklassig angesiedelte Spielberg am gleichen Tag gegen Karlsruhe II kickt. Bei dem Derby zwischen SVL und ATSV sei einfach mehr Brisanz drin. Das habe auch mit dem Image des ATSV zu tun, der aufgrund von hohen Aufwandsentschädigungen oder Zuwendungen für seine Spieler bei anderen Vereinen nicht so beliebt sei. Da wird mit „sehr, sehr viel Geld hantiert“, so Rupp.

Viele Auswärtige werden zum „Kiebitzen“ erwartet

Zu dem Derby kämen deshalb viele Fans des Amateurfußballs von umliegenden Vereinen, um zu „kiebitzen“ und dem SVL die Daumen zu drücken. Thomas Guthmann, Pressesprecher des SVL, weiß ebenfalls, um den „Neid“ aus der Region wegen vermeintlich üppiger Gehälter beim Fußballnachbarn, der oft als „kleiner RB Leipzig“ bezeichnet werde. Da habe sich, wenn man allein die neu entstandenen Sportanlagen des ATSV sehe, eines in dem Karlsbader Dorf getan: Der Kunstrasen sei der beste in ganz Mittelbaden. Thomas Guthmann, selbst einmal vor Jahren Trainer in Mutschelbach, weiß auch, um die vielen Verflechtungen auf sportlichem Gebiet zwischen Langensteinbach und Mutschelbach.

„Neid“  wegen Mutschelbacher Investitionen

So ist ATSV-Spielausschussvorsitzender Tobias Kronenwett einst von ihm aus Langensteinbach nach Mutschelbach als Fußballer geholt worden. Während Guthmann sich jetzt mit „Herzblut“ voll ehrenamtlich für seinen Ursprungsverein SVL einsetzt, wohnt dagegen Kronenwett weiter in Langensteinbach, ist aber in Mutschelbach „hängengeblieben“ und mit ähnlich viel Herzblut dabei. Tobias Kronenwett ist sich bewusst, dass es sich in Langensteinbach um ein Schlüsselspiel handelt und die Einheimischen alles versuchen werden, den Mutschelbachern sportlich ein Bein zu stellen. Und er ist sich auch bewusst, dass der Großteil der Fans – wie dies bei einem Auswärtsspiel normal sei – auf Seiten der Langensteinbacher stünde. Andererseits rechnet er fest damit, dass viele Mutschelbacher ihre Elf unterstützen werden: „30 Prozent der Zuschauer werden aus unserer Anhängerschaft kommen.“

„We are the champions“ muss noch nicht gespielt werden

Und Thomas Guthmann, der auch SVL-Stadionsprecher ist, ist froh, dass er nach der überraschenden Niederlage vom Mittwoch bei einem Sieg des Gastes gegen den SVL nicht auch noch für die Mutschelbacher das Lied „We Are The Champions“ abspielen lassen muss. Das können die Mannen aus dem Nachbardorf – ein Sieg in Langensteinbach vorausgesetzt – frühestens am Samstag drauf, am letzten Spieltag in der eigenen Arena erklingen lassen.