Ian Paice , Gründungsmitglied und Schlagzeuger von Deep Purple, trat mit der Deep-Purple-Coverband Purpendicular in der Festhalle Durlach auf. | Foto: dpa (Archiv)

Deep-Purple-Drummer Ian Paice

Clubatmosphäre mit Superstar

Coverband Purpendicular in der Festhalle Durlach

Ein Abgang von der Bühne ohne diesen Superhit? Undenkbar! In der gut gefüllten Festhalle Durlach steht kaum ein Konzertbesucher still, als eines der bekanntesten Gitarrenriffs der Rockgeschichte erklingt. Den Text von „Smoke on the Water“ kennt jeder im Saal und es verwundert kein bisschen, dass der Fanchor die Stimme von Sänger Robby Thomas Walsh übertönt. Robby Thomas Walsh?

 Ein Ire als Frontmann

Als Frontmann singt der Ire die weltberühmte Rockhymne – und nicht Deep-Purple-Ikone Ian Gillan. Mit der Formation Purpendicular steht schließlich „nur“ eine Deep-Purple Coverband auf der Bühne, aber eine, die sich von anderen Nachahmern deutlich abhebt.

Viele Musikfans in der Region haben sich daran gewöhnt, dass die großen Stars in der Regel einen großen Bogen um Karlsruhe machen. Dafür geben sich Coverbands etwa in der Rastatter Reithalle oder eben in der Festhalle in Durlach die Klinke in die Hand und spielen Hits von Superstars wie Dire Straits, AC/DC oder Led Zeppelin.

Am Schlagzeug sitzt mit Ian Paice der Deep-Purple-Gründer

Purpendicular, die vor knapp zehn Jahren gegründete und nach dem 15. Purple-Studioalbum benannte Deep-Purple-Coverband des Sängers Walsh von der Grünen Insel, hebt sich freilich bei der Besetzung von den vielen Nachahmerprojekten ab: Immer wieder mal sitzt am Schlagzeug ein Deep-Purple-Orginal: Ian Paice, der einzige Purple-Musiker, der von Anfang an bei einer der erfolgreichsten Hardrockformationen der Welt an Bord war und es immer noch ist, trommelt in seiner Freizeit tatsächlich bei einer Coverband.

Der Star plaudert mit den Fans

Steigt Phil Collins also künftig auch mal bei der Genesis-Coverband Phil aus dem Raum Karlsruhe oder Ringo Starr bei den aus dem Murgtal stammenden Beatles-Nachahmern von Hard Day’s Night ein? Anzeichen dafür gibt es nicht. Ian Paice macht es trotzdem – und mit großer Begeisterung.

„Ein Musiker muss vor Publikum spielen“, erläutert der inzwischen 68-Jährige den Fans in der Festhalle vor der letzten Zugabe „Hush“, als er sich mal eben ans Mikro stellt und locker plaudert. So bleibe er in Übung und das bei einer Band, die Songs spielt, die er aus dem Effeff kennt.

So spielt das Orginal: Der Bassist Roger Glover (l-r), der Schlagzeuger Ian Paice, der Sänger Ian Gillan (l) und der Gitarrist Steve Morse der britischen Band Deep Purple bei einem Konzert im vergangenen Jahr in München. |
So spielt das Orginal: Der Bassist Roger Glover (l-r), der Schlagzeuger Ian Paice, der Sänger Ian Gillan (l) und der Gitarrist Steve Morse von der britischen Band Deep Purple bei einem Konzert im vergangenen Jahr in München. | | Foto: Sven Hoppe (dpa)

Nicht nur sein Schlagzeugspiel macht den Abend zu einem wirklich gelungenen. Fans, die mal kurz die Augen schließen und andächtig den Songs lauschen, dürfen bei Welthits wie „Child in Time“, „Fireball“, „Woman From Tokyo“, „Highway Star“ oder „Black Night“ von Deep-Purple-Glanzzeiten schwärmen – und das in Clubatmosphäre!

So wurden Deep Purple weltweit bekannt: Die damaligen Mitglieder der britischen Rockband , (von unten links, im Uhrzeigersinn) Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Roger Glover, Ian Paice und Jon Lord, der bereits im Jahr 2012 verstorben ist.
So wurden Deep Purple weltweit bekannt: Die damaligen Mitglieder der britischen Rockband , (von unten links, im Uhrzeigersinn) Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Roger Glover, Ian Paice und Jon Lord, der bereits im Jahr 2012 verstorben ist. | Foto: Electrola (dpa)

Purpendicular ist mit hervorragenden Musikern besetzt, die mit mitreißenden Solo-Einlagen die Fans begeistern. Auch Paice zeigt beim Schlagzeug-Solo – früher selbstverständlicher Konzertbestandteil, heutzutage die Ausnahme –, dass er noch lange nicht reif für die Rente ist.

Am 7. April erscheint neues Deep-Purple-Album

Das gilt mithin für Deep Purple .Am 7. April erscheint das neue und dann 20. Studioalbum des Originals bzw. den Musikern, die die aktuelle Formation bilden.

Danach geht die Hardrockformation wieder auf Tour – natürlich mit Ian Paice am Schlagzeug. Nach Karlsruhe kommen die Superstars nicht. Am 14. Juni spielen Deep Purple immerhin in Stuttgart. Vielleicht gibt es in der Fächerstadt ein Wiedersehen mit Ian Paice – dann aber wohl nur als Drummer von Purpendicular.

http://purpendicular.eu/