IM SOMMER soll mit der Sanierung der Rheinbrücke bei Karlsruhe-Maxau begonnen werden.
IM SOMMER soll mit der Sanierung der Rheinbrücke bei Karlsruhe-Maxau begonnen werden. | Foto: dpa

Info zur Sanierung Rheinbrücke

Dauerstau oder alles halb so schlimm?

Anzeige

Wie läuft das genau mit der Sanierung der Rheinbrücke? Was haben die Autofahrer zu erwarten? Wird das ÖPNV-Angebot verbessert? Wann finden die angekündigten Vollsperrungen statt? Lohnt für Pendler zwischen der Pfalz und Baden gegebenenfalls ein Umweg? Mit welchen Staulängen und Wartezeiten muss der Autofahrer kalkulieren? Viele Fragen, auf die sich Betroffene eine Antwort auf der Info-Veranstaltung des Regierungspräsidiums an diesem Mittwoch erhoffen. Beginn in der Tullahalle Maximiliansau ist um 18 Uhr. Dazu Fragen und Antworten.

Was ist das Problem der Brücke?

Die 1966 erbaute Brücke ist einfach in die Jahre gekommen. Im Wesentlichen wird die Fahrbahnplatte ertüchtigt, also verstärkt werden. Außerdem sind die Entwässerungs- und Schutzsysteme zu erneuern. Vor 50 Jahren lag das Verkehrsaufkommen bei 18 000 Fahrzeugen am Tag, heute sind es laut Regierungspräsidium „weit über 80 000“.

Wie lange dauert die Sanierung?

Letzter Sachstand ist, dass die Sanierung 14 Monate benötigt.

Wann wird mit den Bauarbeiten begonnen?

Im Sommer. Wann genau, das wird man wohl heute Abend erfahren. Laut Regierungspräsidium werden neben dem ÖPNV-Konzept vor allem die Methodik der Ertüchtigung und die Erläuterung des Bauablaufs im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.

Wie ist der Plan?

Nach den bisherigen Veröffentlichungen wird je nach Bauphase die Verkehrsführung variieren. Grundidee ist, dass jeweils eine Brückenhälfte saniert und der Verkehr komplett auf die andere gelegt wird. Zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung sollen aber grundsätzlich immer außer während der Betonierphasen zur Verfügung stehen.

Was bedeutet das für Autofahrer?

Es wird eng hergehen. Langsam und besonders vorsichtig fahren wird sich anbieten.

Wie ist die Lage nach einem Unfall?

Bei einem Unfall könnte es tendenziell chaotisch werden. Dann könnten schnell beide Fahrtrichtungen zu sein.

Welche Alternativrouten gibt es?

Im Norden die B-35-Brücke bei Germersheim/Philippsburg, im Süden die schmale Brücke bei Rastatt-Wintersdorf und die Staufstufe Iffezheim, also die B 500. Aber das ist natürlich ein nicht unbeträchtlicher Umweg – 25 Kilometer one way.

Lohnt der Umweg?

Das wird jeder Pendler für sich ausrechnen müssen. Wenn es einen regelmäßigen Stau im Berufsverkehr gibt, wird man einmal auf die Uhr schauen müssen und sehen, wie lange man steht. Dann kann man die Fahrzeit auf der Alternativroute erheben und sich schließlich entscheiden.

Was ist mit den angekündigten Vollsperrungen?

Ein heißes Thema, das intensiv diskutiert wurde. Bisheriger Sachstand ist, dass mehrere Vollsperrungen an Wochenenden über je zwei Tage erforderlich werden. Diese liegen in den Betonierphasen, von denen es wiederum bis zu sechs geben soll. In manchen Veröffentlichungen ist lediglich von vier die Rede.

Was ist mit öffentlichen Nahverkehr?

Da hat sich jetzt der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV) gemeldet und ein „umfangreiches Entlastungspaket“ angekündigt, das ebenfalls heute Abend vorgestellt werden soll. Durch verschiedene Maßnahmen – zusätzliche Verbindungen, längere Züge – wollen der Zweckverband und die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg durch DB Regio und AVG werktäglich rund 2 500 Sitzplätze (Summe in beide Richtungen) „zusätzlich zu dem schon dichten Angebot“ bieten. Damit schaffe man Anreize, den ÖPNV während der Sanierungszeit der Straßenbrücke zu nutzen und staufrei die Arbeits- und Ausbildungsplätze in Karlsruhe und der Umgebung zu erreichen.

Was ist an den Wochenenden der Vollsperrungen beim ÖPNV zu erwarten?

Der ZSPNV meldet, dass auch für die voraussichtlich vier Wochenenden, an denen die Autobrücke voll gesperrt sein wird, ein umfangreiches Entlastungsprogramm erstellt wird. So werde es an diesen Tagen zwischen Germersheim und Karlsruhe von morgens bis nachmittags einen 30-Minuten-Takt durch stündliche Zusatzzüge der S-Bahn Rhein-Neckar sowie längere Züge zwischen Neustadt, Landau und damit mehr als 9 000 zusätzliche Sitzplätze je Wochenende aus der Pfalz nach Karlsruhe und zurück geben.

Wie ist in der Südpfalz das Park-and-ride-Angebot?

Quantitativ gut. Dier vorhandenen Plätze sind nach ZSPNV-Angaben auch nicht ausgelastet. 30 bis 40 Prozent der Stellplätze seien nach einer aktuellen Erhebung meist frei.

Was ist mit den Radfahrern, die die Brücke während der Sanierungsphase nutzen wollen?

Auch auf diese Frage sollte es heute Abend eine Antwort geben. Geplant
ist aber, dass zumindest immer einer der beiden Radwege zur Verfügung steht.

Termin
Das Konzept der Brückensanierung und die erwarteten Folgen für den Verkehr werden bei der Bürgerinformationsveranstaltung am Mittwoch, 21. Februar, in Wörth-Maximiliansau (18 Uhr, Tullahalle) ausführlich dargestellt.