Kinderkram
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Neues aus dem Erziehungsalltag

Der Duft der Ferien

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Man liest ja immer wieder von Menschen, die unbemerkt in ihrer Wohnung sterben und erst nach Jahren mumifiziert auf dem Sofa sitzend gefunden werden. Das ist sehr traurig und zu der betroffenen Frage warum keiner der 112 Nachbarn im Wohnblock etwas bemerkt hat, sprechen Pathologen im Fernsehen dann sehr sachlich von günstigen Lüftungsbedingungen, die in manchen Fällen dafür sorgen können, dass organisches Material nicht zwangsläufig zu einer stinkenden Masse zerfällt.

Ferne, wohlvertraute Düfte…

Eines steht fest: In Teenager-Zimmern herrschen selten günstige Lüftungsbedingungen! Die Ferien sind weit vorangeschritten, fast haben Vater, Mutter und Kinder schon vergessen, dass es so etwas wie Schule überhaupt gibt, da weht seit neuestem ein seltsamer Duft durchs Einfamilienhaus. Eine Woche lang denken sich die Erziehungsverantwortlichen nicht viel dabei. Denn, dass es in den (gottlob) seltenen Fällen einer Türöffnung zu den Jugendzimmern hinterher immer ein wenig riecht, daran hat man sich ja schon gewöhnt. Doch jetzt – in Woche drei der Sommerferien – mischt sich seit neuestem eine schärfere Note in die vertraute Duftwolke. „Riecht wie toter Fisch“, stellt die Elfjährige eines Morgens fachmännisch fest. „Ja. Aber einer, der sich zu Tode gekotzt hat“, ergänzt das zweitälteste Mitglied im Kinder-Expertenrat. „Toter Fisch mit Kotze und … faulen Eiern“, meint der Älteste erschnüffelt zu haben. „Toter Fisch mit Kotze und faulen Eiern und … Hundekot!“, setzt die Jüngste noch einen drauf.

Wo ist die Brotdose?

Am Tisch entspinnt sich eine muntere, selten harmonische, den Wortschatz und das Gedächtnisvermögen stärkende Partie „Ich baue meine Stinkbombe und packe hinein …“, während es der Mutter beim Spülmaschine ausräumen langsam dämmert. Ungewohnt viel Platz ist da in der Schublade mit den Tupperschüsseln und Brotdosen. Komisch …

…streifen ahnungsvoll das Land!

Jäh wird darauf die Spielpartie im Wohnzimmer unterbrochen. Die Silhouette der ersten Haushaltsbevollmächtigten erscheint bedrohlich im Türrahmen, die Stimme schärfer als der Geruch im Treppenhaus, der Befehl unmissverständlich: „Ihr geht jetzt ganz schnell hoch und packt endlich eure Schultaschen aus. Sofort!“