Die Deutsche Bahn möchte ihre Kunden wegen der Sperrung der Rheintalbahn entschädigen.
An den Bahnhöfen in Rastatt und Baden-Baden mussten Tausende Pendler und Reisende umsteigen und wochenlang den Schienenersatzverkehr nutzen. | Foto: Collet

Blockierte Rheintalbahn

Deutsche Bahn entschädigt mit Einschränkungen

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Die Deutsche Bahn (DB) möchte ihre Kunden für die Sperrung der Rheintalbahn bei Rastatt-Niederbühl entschädigen. Das gab der Konzern schon in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) bekannt. Allerdings ist die angekündigte, zentrale Maßnahme – eine Reduzierung des Ticketpreises um die Hälfte – mit gewissen Einschränkungen versehen.

So teilte der Konzern mit, dass Abonnenten, die Jahres- oder Monatskarten für die betroffene Strecke haben, für die Dauer der Reparaturarbeiten eine 50-prozentige Entschädigung erhalten. Das bedeutet: Sollte die Sperrung – wie derzeit geplant – rund zwei Monate andauern, gibt es für diese Zeit die Hälfte der Ticketkosten zurück.

Bahn präzisiert Ermäßigung

Auf Nachfrage der BNN präzisierte eine Bahn-Sprecherin, dass die 50-prozentige Ermäßigung nur für Abonnements gelte, die mindestens ein Jahr gültig seien. Für die Bahncards 25 und 50 sei „keine anteilige Reduktion der Kartengebühr vorgesehen“. Für die konkreten Fahrten würden die normalen Fahrgastrechte gelten. Für Bahncard-100-Kunden soll hingegen die Monatsrate reduziert oder ein Gutschein über den entsprechenden Betrag ausgestellt werden.

Fahrgastrechte der Deutschen Bahn
Ab 60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof erhalten Passagiere der Deutschen Bahn eine Entschädigung in Höhe von 25 Prozent, ab zwei Stunden ist es die Hälfte des Kaufpreises. Beiträge unter vier Euro werden allerdings nicht ausgezahlt.

Der Konzern hat auch ein Formular für Passagiere eingerichtet, die ihre Tickets online gekauft haben und von der Sperrung betroffen sind oder waren. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es ist viel wichtiger, sich vor Ort angemessen um die Reisenden zu kümmern“, sagte Karl-Peter Naumann, Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn.

Kunden des KVV sollen sich direkt an Verkehrsverbund wenden

Die Kunden des KVV werden gebeten, sich an den Verkehrsverbund selbst zu wenden. Abonnenten sollen entweder eine E-Mail an abo@kvv.karlsruhe.de oder einen Brief schreiben: Karlsruher Verkehrsverbund GmbH, Abo-Stelle, Tullastraße 71, 76131 Karlsruhe. Allerdings bittet KVV-Sprecher Nicolas Lutterbach darum, sich erst nach dem Ende der Sperrung zu melden. Dann könne final ermittelt werden, welche Entschädigungssumme den Kunden zusteht.

„Es ist vereinbart, dass die Deutsche Bahn für die anfallenden Kosten in vollem Umfang aufkommen wird“, antwortete Lutterbach auf die Frage, wer schlussendlich die Verantwortung für die Kompensationen trage. Nach DB-Angaben werde diesbezüglich noch verhandelt.

Zwischen Rastatt und Baden-Baden müssen Reisende und Pendler den Schienenersatzverkehr nutzen.
Zwischen Rastatt und Baden-Baden müssen Reisende und Pendler den Schienenersatzverkehr nutzen. | Foto: Nguyen

Bahn möchte auf Kunden zugehen

Die Bahn wird nach eigener Aussage auf alle Abonnenten mit Wohnorten in der Region zugehen. Kunden, die nicht im Umkreis leben, aber als tägliche Pendler betroffen sind, sollen sich im DB-Abocenter unter der Telefonnummer (01 80) 6 01 10 66 melden. Die Kosten sollen erstattet werden, nachdem die Rheintalbahn bei Rastatt wieder in Betrieb genommen worden ist.

Sonderregeln für vor dem 22. August erworbene Tickets

Die Deutsche Bahn hat ihren Fahrplan seit vergangenem Dienstag schrittweise aktualisiert. Tickets, die vor dem 22. August gekauft wurden, können kostenfrei umgetauscht werden oder Reisende können sie sich erstatten lassen.

Für die Fahrkarten, die später erworben wurden, gelten die üblichen Umtausch- und Erstattungsregelungen sowie die Fahrgastrechte der Bahn. Das dafür benötigte Formular kann heruntergeladen und ausgefüllt werden. Anschließend kann es in einem DB-Reisezentrum abgegeben oder per Post verschickt werden: Servicecenter Fahrgastrechte, 60647 Frankfurt am Main.

Passagiere sollten sich die Verspätung vom Personal im Zug oder einem Mitarbeiter eines Informationsschalters oder Reisezentrums der Bahn bestätigen lassen.

Fragen bei Facebook stellen

Wer Fragen hat, kann sich auch bei Facebook an die Bahn wenden: