Die Sperrung der Rheintalbahn wirkt sich enorm auf den Reise- und Pendelverkehr am Karlsruher Hauptbahnhof aus.
Die Sperrung der Rheintalbahn wirkt sich enorm auf den Reise- und Pendelverkehr am Karlsruher Hauptbahnhof aus. | Foto: Deck

Nach Absacken der Gleise

Rheintalbahn bei Rastatt bleibt länger gesperrt

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Die Lage an der gesperrten Rheintalstrecke bei Rastatt ist noch schlimmer als bisher bekannt: Wie die Deutsche Bahn (DB) erklärte, hatte es Dienstagnacht zuvor erneut Erdbewegungen gegeben, weswegen sich die Gleise weiter abgesenkt hätten.

Der ursprünglich avisierte Plan, den Zugbetrieb am 26. August wieder aufzunehmen, stehe daher infrage, sagte Sven Hantel, Konzernbevollmächtigter der DB für Baden-Württemberg, bei einer Pressekonferenz in Karlsruhe. „Im Moment arbeiten die Experten an einem entsprechenden Zeitplan“, erläuterte er. Wann dieser fertiggestellt sein wird, sei jedoch derzeit noch unklar.

„Wilhelmine“ soll aufgegeben werden

Die Stabilisierung und die Wiederherstellung des Betriebs habe erste Priorität. Deswegen soll die Oströhre des Rastatter Tunnels auf 50 Metern Länge mit Beton ausgefüllt werden. Das hat gravierende Folgen für die Tunnelvortriebsmaschine „Wilhelmine“.
Diese funktioniere zwar noch, sei aber ausgeschaltet worden, erklärte Philipp Langenfeld, Leiter des Großprojekts Karlsruhe  – Basel beim Tochterunternehmen DB Netz. Jedoch teilte die Bahn mit, dass der Schaden hinter dem Vortriebskopf entstanden sei und der komplette Bereich mit Beton gefüllt werde. „Die Maschine wird damit aufgegeben“, sagte Langenfeld.

Auswirkungen auf Rastatter Tunnel noch unklar

Wie sich diese Maßnahme auf das Großprojekt auswirke, ist nach DB-Angaben noch nicht bekannt. „Wir werden natürlich den Rastatter Tunnel weiterbauen“, erklärt der Konzernbevollmächtigte Hantel.
Im Augenblick ruhten die unterirdischen Arbeiten aber komplett, auch in der Weströhre werde nicht gebohrt. Warum die Erde in Rastatt-Niederbühl am Samstagmittag nachgegeben habe und Wasser in die Baustelle gelaufen sei, müsse noch von Experten ermittelt werden. Die Bahn spricht von einer „Havarie“.

Evakuierung der Häuser sei präventive Maßnahme gewesen

Es sei auch nicht geklärt, welche Rolle das spezielle Eisring-Verfahren gespielt habe, das an dieser Stelle erstmals angewendet wurde. Eine Gefahr für Personen habe allerdings nie bestanden, betonte Hantel: „Unsere Warnsysteme haben gegriffen.“
Direkt nach dem eingetretenen Schadensereignis habe die Mannschaft im Tunnel den Fahrdienstleiter informiert, der daraufhin die Strecke gesperrt habe. Die Evakuierung der vier Häuser an der Strecke sei eine präventive Maßnahme gewesen, sagte Hantel.

Störung des Güterverkehrs

Die Sperrung der Rheintalstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden stört neben dem Personen- auch enorm den Güterverkehr. Die Bahn gab bekannt, welche Umleitungskonzepte sie diesbezüglich erarbeitet habe. Diese sähen unter anderem Fahrten von Mannheim über Schifferstadt bis nach Lauterbourg vor

Polizei: Rheintalbahn-Dilemma wirkt sich nicht auf A5 aus

Auf den Autobahnabschnitt der A5 zwischen Baden-Baden und Karlsruhe wirkt sich das Rheintal-Dilemma unterdessen noch nicht aus. „Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen aufgrund der Streckensperrung ist nicht zu erkennen. Es ist zwar voll, aber das liegt an der Ferienzeit, dem normalen Lkw-Verkehr und der Baustelle auf der A5“, sagte eine Sprecherin der Polizei Karlsruhe.

Gleise sackten am Samstag ab

Die Gleise waren am vergangenen Samstag bei Rastatt-Niederbühl abgesackt. Die unterirdischen Arbeiten sind Teil des milliardenschweren Ausbaus der Rheintalbahn. Die seit Jahren überlastete Strecke zwischen Karlsruhe und  Basel soll von zwei auf vier Gleise erweitert werden.

So berichtete BNN.de zuletzt über die Rheintalbahn-Sperrung: