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Fragen & Antworten

Neue Pisa-Studie: Wie geht es dem deutschen Bildungssystem?

Mit Spannung werden die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie erwartet. Was in der Studie getestet wird und warum sie eine so große Rolle spielt.

Die Pisa-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Es werden die Kompetenzen von 15-jährigen Jugendlichen beim Lesen, in der Mathematik und den Naturwissenschaften erfasst.
Die Pisa-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Es werden die Kompetenzen von 15-jährigen Jugendlichen beim Lesen, in der Mathematik und den Naturwissenschaften erfasst. Foto: Marijan Murat/dpa

Erstmals nach der Corona-Pandemie wird Deutschland heute ein neues Pisa-Zeugnis ausgestellt. Zuletzt fielen die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler wieder schlechter aus. Könnte es zu einem neuen „Pisa-Schock“ kommen?

Die Pisa-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Es werden die Kompetenzen von 15-jährigen Jugendlichen beim Lesen, in der Mathematik und den Naturwissenschaften erfasst. Seit dem Jahr 2000 wird sie alle drei Jahre durchgeführt. Diesmal standen die mathematischen Kompetenzen im Mittelpunkt.

An der jüngsten Erhebung im Jahr 2022 nahmen weltweit 81 Länder und mehr als 600.000 Jugendliche teil. Die für Deutschland repräsentative Stichprobe umfasst circa 13.000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren in allen Schultypen.

Die Tests für die Pisa-Studie finden inzwischen vor allem am Computer statt. Die Schüler müssen sich durch verschiedene Aufgaben klicken. USB-Sticks werden von Testern an Schulen verteilt, wo die Schüler dann am Computer Aufgaben in den Bereichen Lesen, Mathe und Naturwissenschaften lösen. Der Test dauert ungefähr zwei Stunden und besteht hauptsächlich aus Multiple-Choice-Fragen, bei denen die Schüler aus vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wählen müssen. Außerdem beantworteten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern Fragen zum sozioökonomischen Hintergrund, zu Lernzeiten und Lernumfeld, Computernutzung und Unterrichtsgestaltung sowie zu Einstellungen und Erwartungen der Jugendlichen.

Deutschland lag zwar weiterhin über dem Durchschnitt der Industriestaatenorganisation OEDC (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), doch weit weg von der Spitzengruppe. Im Bereich Lesen erreichten die deutschen Schüler einen Punktwert von 498, in Mathematik 500 und in Naturwissenschaften 503. Zum Vergleich: Die Spitzengruppe mit mehreren chinesischen Regionen und Singapur kam auf Werte zwischen 550 und 590, Länder am Ende der Skala wie die Dominikanische Republik und die Philippinen auf Werte zwischen 325 und 340.

Der OECD zufolge ist das Einzigartige an dieser Studie die globale Reichweite und die regelmäßige Durchführung. Da die Erhebung alle drei Jahre stattfindet, können die Teilnehmerländer ihre Fortschritte bei der Umsetzung wichtiger Lernziele beobachten. In Deutschland sorgten die Ergebnisse der ersten Erhebung 2001 sogar für den großen „Pisa-Schock“.

In der ersten Vergleichsstudie hatten damals deutsche 15-Jährige schlecht abgeschnitten, zudem stand ein beschämend enger Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen im Pisa-Zeugnis. Dies löste eine heftige Bildungsdebatte aus. Danach ging es in den Pisa-Studien zwar stetig bergauf mit den Ergebnissen, aber seit 2016 sinken die Werte wieder.

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