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Energiekrise

Atomkraftgegner: Sicherheit in Debatte über Reserve wichtig

Derzeit wird über die Instandhaltung der Kernkraftwerke debattiert. Atomkraftgegner verlangen allerdings die sofortige Abschaltung aller potenziellen Reserve-Reaktoren.

Wasserdampf steigt aus dem Kühlturm des Atomkraftwerks (AKW) Isar 2.
Foto: Jan Woitas/dpa/Archiv

In der Diskussion um eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke fordern Atomkraftgegner die sofortige Abschaltung aller potenziellen Reserve-Reaktoren. Etwas anderes lasse der derzeit ausgeblendete akute sicherheitstechnische Zustand der Reaktoren Neckarwestheim-2, Isar-2 und Lingen/Emsland nicht zu, betonte die Anti-AKW-Organisation „.ausgestrahlt“ am Donnerstag. Die Probleme mit Rissen an den Heizrohren in den Dampferzeugern in Neckarwestheim und Lingen seien seit Jahren bekannt – und wegen ähnlicher Bauweise auch bei Isar 2 zu vermuten.

Kernschmelze wäre möglich

Da die weitere Entwicklung der korrosionsbedingten Risse nicht präzise vorhersagbar sei, bestehe die Gefahr eines Abrisses der Rohre zwischen zwei Revisionen, sagte „.ausgestrahlt“-Vertreter Dieter Majer, ein früherer Ministerialdirigent im Bundesumweltministerium. Das könnte im schlimmsten Fall zu einer Kernschmelze führen, warnte er. Die schon heute an der Gefahrengrenze arbeitenden Kraftwerke könnten nicht als Garanten einer Netzstabilität herangezogen werden.

In Neckarwestheim (Kreis Ludwigsburg) ist nach den Angaben der Atomkraftgegner die letzte Revision im Juni wegen der geplanten Abschaltung Ende des Jahres deutlich vereinfacht erfolgt. Deshalb sei anzunehmen, dass die Zahl von 36 neuen Rissen in etwa doppelt so hoch sei, mutmaßen sie. Neben den Sicherheitsbedenken stelle auch eine beim Verwaltungsgerichtshof anhängige Klage die Verlässlichkeit des Meilers infrage. Dabei wollen zwei Anwohner erreichen, dass der Anlage die Betriebserlaubnis entzogen wird. Die mündliche Verhandlung ist am 14. Dezember anberaumt.

Atomkraftgegner halten Erlaubnis für willkürlich

Das für die Genehmigung zuständige Umweltministerium und der Betreiber EnBW weisen den Vorwurf mangelnder Sicherheit zurück. Das Land ist Großaktionär des Energieversorgers. Die Atomkraftgegner werfen dem Ministerium vor, die Erlaubnis recht willkürlich zu vergeben, um EnBW nicht zu schaden.

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