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Kommentar

Gesucht: Müllabfuhr im All

Satelliten sind unentbehrlich für Forschung, den Verkehr, das Fernsehen und die globale Datenübertragung. Ihr Betrieb ist ein lukratives Geschäft. Doch es gibt immer mehr Weltraumschrott im Erdorbit, und damit steigt auch das Risiko von Kollisionen.

Die Bedrohung durch Kollisionen steigt täglich: Das computergenerierte Bild der European Space Agency (ESA) zeigt den Weltraummüll früherer Weltraummissionen, der neben intakten Satelliten um die Erde kreist. Foto: ESA/dpa

Man sieht diese Gefahr nicht, doch sie ist real. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Menschheit die Umgebung unseres Planeten durch Abfälle und Überreste aus der Raumfahrt stark belastet – und das Problem wird immer schlimmer.

Satelliten sind unentbehrlich für Forschung und Verteidigung, den Verkehr, das Fernsehen und die schnelle globale Datenübertragung. Ihr Betrieb ist ein sehr lukratives Geschäft. Es gibt daher immer mehr Raketenstarts, die Nutzlasten in den Erdorbit bringen. Firmen wie SpaceX schießen gleich Dutzende von Satelliten auf einmal in den Himmel.

Damit wächst auch das Risiko von Zusammenstößen und Explosionen, die im ungünstigen Fall eine verheerende Kettenreaktion im All auslösen könnten, wie 2013 im Sci-Fi-Thriller „Gravity“ eindrucksvoll dargestellt. Wäre die Erde von einem Trümmerfeld umgeben, könnten wir Teile der Umlaufbahn nicht mehr wirtschaftlich nutzen. Zudem stiege das Risiko für die bemannte Raumfahrt.

Der erdnahe Weltraum wird wohl nie wieder sauber sein

Leider ist das Schrottproblem unumkehrbar: Die Menschheit wird das Weltall nie komplett saubermachen können. Die gute Nachricht: Das Bewusstsein für diese Gefahr ist auf allen Ebenen gestiegen. Wissenschaftler wie Politiker sind sich einig darin, dass wir schnell nachhaltige Strategien zur weiteren Müllvermeidung und dem Umgang mit dem bereits erzeugten kosmischen Schrott entwickeln sollten, um den künftigen Generationen das Leben zu erleichtern.

Im Grunde genommen ähnelt diese Herausforderung dem irdischen Umwelt- und Klimaschutz. Die Staaten müssen sich zu ihrer Verantwortung für die Erhaltung der erdnahen Umgebung bekennen und an einem Strang ziehen.

Es geht etwa um verpflichtende Standards für Satelliten, die am Ende ihrer Betriebszeit durch die Verwendung des restlichen Treibstoffs auf niedrigere Umlaufbahnen gebracht werden sollten, wo sie mit der Zeit von selbst verglühen. Einen Teil der „toten“ Satelliten wird man wohl abschleppen müssen. Es gibt erfolgversprechende Ideen für die gemeinsame Reinhaltung des Alls, jetzt gilt es, ihre Finanzierung zu klären.

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