Haltestelle Karlsruhe
ENDE DER KOORDINATION: An der Station „Tullastraße“ in der Durlacher Allee hält nach vielen Wochen Umbauzeit wieder die Straßenbahn. | Foto: jodo

Lobeshymnen auf Koordinator

Die Baustellenstadt hat ein Antiblockiersystem

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Eine richtige Baustellenstadt braucht nun mal ein Baustellenmanagement. Ohne Koordinator droht sonst die Verkehrsblockade. Als der Ärger in der Bürgerschaft Anfang des Jahrzehnts mit dem „City-Umbau per Kombilösung“ hochkochte, gelobten alle OB-Kandidaten im Wahlkampf 2012 Besserung. Und der frisch gebackene Oberbürgermeister Frank Mentrup lieferte im Juli 2013. Er wertete die Koordinatorenstelle von Jürgen Lohmeyer beim Tiefbauamt mächtig auf.

Fünf Jahre mit vielen U-Strab-Baustellen sind seitdem vergangenen. Die Arbeiten an der Kombi-Komponente Autotunnel Kriegsstraße laufen erst ein Jahr und beeinträchtigen den Verkehr auf der City-Autobahn noch mindestens bis Ende 2021. Für Baustellen ist also weiter gut gesorgt – und damit für Stau und Staub, für Umleitungen und Sperrungen. Da kann das Management noch so gut sein, die Baustellen lassen sich nicht wegkoordinieren, sondern nur besser abwickeln.

Der von manchem Kritiker befürchtete Verkehrskollaps ist aber ausgeblieben, was Mentrup und Lohmeyer eben auf ihr Baustellenmanagement zurückführen. Bei einer Feier zum fünften Geburtstag der Koordinationsstelle von Lohmeyer und drei Kollegen priesen sie deren Leistung in den höchsten Tönen. Mentrup freute sich über „eine meiner ersten Aktivitäten“. Karlsruhe sei mit seiner Koordinierungsstelle inzwischen beispielhaft für andere Städte. Lohmeyer selbst sprach von einem „absoluten Erfolg“.

Das reiche Karlsruhe baut sich ständig um. Alle Leitungen und Beläge werden erneuert, Fernwärme oder Fahrradwege angelegt. Dazu kommen die ständige Autobahnerneuerung und die Instandsetzung von Rheinbrücke und Südtangente.

In der Hauptsache sind es drei unterschiedliche Dinge, die unter vielen Beteiligten abzusprechen sind: Wenn schon ein Loch aufgerissen wird, dann richtig. Alle möglichen Arbeiten gilt es, auf einen Schlag auszuführen. Zudem können benachbarte Projekte im Schatten einer Sperrung gleich mit erledigt werden. Drittens dürfen große Bauprojekte nicht gleichzeitig laufen, sondern die Einschränkungen für die Bevölkerung müssen dosiert werden.

In der zweiten Jahreshälfte 2018 schöpft die Baustellenstadt erneut ihr Repertoire aus: Besonders der Sommer auf der Straße wird heiß. Drei Baustellen mit großen Auswirkungen sind dabei zu nennen: Die Instandsetzung der Fahrbahn auf der Rheinbrücke ist koordiniert mit der Reparatur des „Wörther Trogs“. Dazu kommt die Sanierung der A 5 zwischen Karlsruhe-Süd und Rastatt. Beide Maßnahmen des Bundes wirken sich auch stark auf den Fächerstadt-Verkehr aus. Dies trifft noch mehr auf den Eingriff am Mendelssohnplatz zu.

Von den Sommerferien bis ins Frühjahr 2019 sorgt dort der Autotunnelbau in der Kriegsstraße für erhebliche Behinderungen aller Verkehrsteilnehmer. Der Straßenbahnverkehr muss sogar über Wochen eingestellt werden.