Torwart Benjamin Uphoff. | Foto: GES

Uphoff-Poker dauert an

Die Geldfrage beim KSC

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Ginge es nach ihm alleine, sagt KSC-Präsident Ingo Wellenreuther, würde der Torwart Benjamin Uphoff „in jedem Fall bei uns bleiben“. Doch schwingen beim Karlsruher SC eben mehrere Faktoren auch bei sportlich gravierenderen Personalentscheidungen mit.

„Wir haben eine wirtschaftlich schwierige Situation, das ist vielleicht noch nicht jedem bekannt“, sagt Wellenreuther nur, was er freilich ironisch meinte. Und dann gibt es eben nicht mehr ganz zwei Wochen vor Ende der Sommer-Transferperiode die Dynamik auf dem Markt, zu der gehört, dass der FC Ingolstadt einen Torwart braucht und dem badischen Fußball-Drittligisten ein konkretes Angebot gemacht hat. Noch war dieses aber nicht unmoralisch genug.

KSC-Coach Alois Schwartz möchte derweil einen Sechser verpflichten, was die Finanzen des KSC aber derzeit offenbar noch nicht hergeben.

Ans Eingemachte

Dass es beim KSC im zweiten Drittliga-Jahr finanziell ans Eingemachte gehen würde, war erwartet und von Wellenreuther angekündigt worden. Einsparungen in Millionenhöhe hatte sich der KSC selbst verordnet und das auch seinen Hausbanken für den Erhalt neuer Kreditlinien zugesichert zusammen mit der Umsetzung eines Zukunftskonzepts, das der ehemalige Geschäftsführer Helmut Sandrock umgesetzt hatte. Sandrock aber hatte dann im Juli gekündigt, getrennt hatte man sich danach auch vom beliebten U19-Trainer Lukas Kwasniok und Mitarbeitern der Geschäftsstelle. Transfererträge hatte der frühere Bundesligist auch wieder für das laufende Geschäftsjahr eingeplant. Marcel Mehlem ließ man in Belgiens Zweite Liga ziehen. Und Uphoff könnte der nächste Leistungsträger sein, denn der KSC aus wirtschaftlichen Erwägungen abgibt. Derweil wartet das Präsidium der Blau-Weißen darauf, dass der FC Augsburg den Ex-Karlsruher Philipp Max nach Spanien oder Italien transferiert, wobei die Badener mit zehn Prozent an der erzielten Netto-Ablöse partizipieren würden. Dies ergibt sich aus einer Fußnote des seinerzeit ausgehandelten Transfervertrages mit dem FC Augsburg.

Kolportierte Zahlen „fake news“

Kaum hatten die Badischen Neuesten Nachrichten am Donnerstagmorgen über den möglichen Abschied des KSC-Rückhalts Uphoff berichtet, wurden in diversen Portalen auch schon Spekulationen über Summen angestellt. Dass die Schmerzgrenze des KSC bei zwei Millionen Euro Ablöse läge, wie berichtet wurde, falle nach einhelliger Darstellung von KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer und Wellenreuther in die Schublade der „Fake news“.

Alternativen gesucht

Ob der 25 Jahre alte Uphoff vor Monatsende wirklich beim Fußball-Zweitligisten in Ingolstadt landet, hängt alleine an einer Einigung bei den Zahlen und von der Frage nach Alternativen an. Beide Seiten, der KSC wie die Schanzer, haben ihre Vorstellungen. Die Karlsruher haben die Fahndung nach einem denkbaren Uphoff-Nachfolger jedenfalls schon aufgenommen.  Rick Wulle vom SV Sandhausen soll dabei zwischenzeitlich ein Thema gewesen sein, aber auch der erfahrene Philipp Heerwagen vom FC St. Pauli. Doch auch der FC Ingolstadt fährt nach Informationen dieser Zeitung sicherheitshalber mehrgleisig und hat unter anderem selbst bei Heerwagen vorgefühlt. Der Audi-Club, der in vor vier Wochen ein Testspiel gegen den KSC mit 2:1 gewann, ist der einzige Zweitligist mit derzeit nur zwei Keepern im Kader. Örjan Nyland hatte er für drei Millionen Euro zu Aston Villa nach England ziehen lassen.