Brisanter Datenleck in Berlin: Experten befürchten, dass Cyber-Angreifer etwa die Nato-Verteidigungspläne im Baltikum erbeutet haben könnten.

Hackerangriff in Berlin

Die „Schlange“ im Netz

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Sicherheitskreise vermuten die berüchtigte Hackergruppe „Snake“ hinter dem Cyberangriff in Berlin. Zuvor stand die Gruppe „APT28“ im Verdacht. Auf die Verwicklung der russischen Hackern in derartige Attacken deuten aus Sicht von IT-Experten der „russische Stil“ von Programmcodes oder die Tatsache, dass die von den Angreifern eingesetzten Programme offenbar zwischen 8 und 18 Uhr nach der Zeitzone von Moskau und St. Petersburg geschrieben worden waren.

„Snake“ ist auch unter den Namen „Turla“ und „Uroburos“ bereits seit einigen Jahren bekannt. Sie soll in nicht weniger als 45 Ländern in die Netzwerke von Regierungen, Botschaften und Forschungseinrichtungen eingedrungen sein. Manche Experten stellen allerdings eine russischen Verwicklung infrage, etwa weil die eingesetzte Software im Internet verfügbar ist.

Hackerangriffe richten auch in Russland viel Schaden an – Experten bezifferten ihn 2017 auf 45 Millionen Euro. Nach offiziellen Angaben sind im vergangenen Jahr im Land alleine durch drei große Angriffe 500 000 Computer beschädigt worden. Als Ziele der Angriffe nannte der Sicherheitsratschef Nikolai Patruschew im Februar unter anderem dass Innenministerium und den Ölkonzern Rosneft.