Wolf-Dieter Poschmann: „Ein schönes Gefühl der Zugehörigkeit und eine Motivation, für das Meeting zu kämpfen“ | Foto: BNN

Wolf-Dieter Poschmann

„Die Stimme des Indoor Meetings“

Nach 30-jähriger Kommentatoren und Moderatorenkarriere verließ Wolf-Dieter Poschmann im vergangenen Sommer die TV-Bühne. Die Olympischen Spiele von Rio waren die Abschiedsvorstellung des 65-jährigen Kölners.

Wie lässt sich ihre letzte Vorstellung in Rio beschreiben – ein Moment wie jeder anderer oder etwas ganz Besonderes?

Wolf-Dieter Poschmann: Wie immer, was die Vorbereitung und dann auch Kommentierung anbetraf – im Stadion ist mir nicht präsent gewesen, dass das mein letzter Olympiaeinsatz war. Ich bin da wie die Sportler auch gewissermaßen im „Tunnel“, konzentriert auf die Wettkämpfe und die Unwägbarkeiten des Augenblicks. Richtig bewusst wurde mir der Abschied erst nach meinem letzten Einsatz am Schlusstag im Marathon, als ein paar Kolleginnen und Kollegen mich umarmten – das war dann zugegeben ein wenig melancholisch.

Mittlerweile gelten Sie in Karlsruhe als die „Stimme des Meetings“. Für Sie ein Lob?

Poschmann: … wenn sie das so sagen – ja, klar, aber vielmehr ist es ein schönes Gefühl der Zugehörigkeit – und eine Motivation, für das Meeting zu kämpfen, alles in meiner Macht stehende zu tun, um den Fortbestand zu sichern!

Bereits zum zweiten Mal gehört das Indoor Meeting Karlsruhe zur IAAF Word Indoor Tour. Wie sehen Sie die Stadt Karlsruhe als Leichtathletik-Standort?

Poschmann: Als große Chance, gerade jetzt, wo eine Reihe von traditionellen Meetings von heute auf morgen weggebrochen sind: Stuttgart, Sindelfingen, Dortmund, um nur die größeren zu nennen. Karlsruhe kann sich jetzt positionieren als Treffpunkt der Welt-Elite, als Fels in einer zuletzt maroden Leichtathletik Szenerie, als zuverlässiger Standort von Leichtathletik der Weltklasse.

Auf welchen Wettkampf freuen Sie sich beim Indoor Meeting Karlsruhe 2017 am meisten?

Poschmann: Der Hürdensprint der Frauen mit Cindy Roleder verspricht Klasse-Ergebnisse, Kugelstoßen mit der immer fröhlichen Christina Schwanitz, aber das Fantastische an der Leichtathletik ist ja das Unberechenbare – in jedem Wettbewerb kann Außergewöhnliches, Überraschendes passieren, das ist der Reiz. Und für mich als Moderator sind immer auch die Nachwuchs-Rennen ein großes Vergnügen, diese Begeisterung, mit der sich die Jüngsten vor großer Kulisse ins Geschehen stürzen.

Tickets

Karten für das Meeting in der Messe Karlsruhe gibt es hier.