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Ein Tattoo bleibt fürs Leben – meistens zumindest. Auf der Tattoo-Convention in der Festhalle Durlach treffen sich noch bis Sonntagabend Künstler und „lebende Leinwände“ aus Deutschland, Europa und der Welt. | Foto: Jörg Donecker

Tattoo-Convention in Karlsruhe

Diese Kunstwerke gehen unter die Haut

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Minimal, Black-and-Grey, Newschool, Dotwork: Die Rede ist nicht etwa von Musik, sondern von einer Kunstform, die unter die Haut geht: Diese und viele andere Stilrichtungen der Tätowierkunst können Besucher der Tattooconvention Karlsruhe am Wochenende in der Festhalle in Durlach bestaunen – und auf die eigene Haut zeichnen lassen. Der permanente Körperschmuck erfreut sich seit einigen Jahren wieder zunehmender Beliebtheit.

Manch ein Tattoo kommt eher spontan zustande, wie zuletzt bei dem britischen Schauspieler Tom Hardy, auf dessen Oberarm nach einer verlorenen Wette mit Leonardo DiCaprio nun der Satz „Leo knows all“ („Leo weiß alles“) prangt. Doch die meisten Menschen überlegen sich sorgfältig, ob und womit sie ihren Körper dauerhaft schmücken wollen – etwa mit fotorealistischen Porträts ihrer Lieben, wie Matthias Naumann erklärt. „Im Moment gibt es einen riesigen Fotorealismus-Trend“, sagt der Mitorganisator der Tattoo Convention in Karlsruhe, der dort auch als DJ und Moderator auftritt.

Stars aus der internationalen Tätowiererszene in Durlach

Traditionelle Oldschool-Motive seien nach wie vor beliebt, populär sei aber auch das so genannte Dotwork, eine Stilrichtung, die sich unter anderem an hinduistischer Hennamalerei orientiere. „Dieses Jahr haben wir mehr als 70 Tätowierer da“, erzählt Neumann. Darunter auch internationale Stars der Szene, etwa aus Bali, Rumänien oder Italien. Das macht laut Naumann auch das Besondere an dem Event aus: „Wann hat man schon mal die Chance, sich hier von einem internationalen Star tätowieren zu lassen?“ Die meisten Besucher hätten die Termine mit den Künstlern schon ein Jahr im Voraus ausgemacht.

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Foto: Jörg Donecker

Doch auch abseits der Convention finden Karlsruher vielfältige Anlaufpunkte, um ihren Körper der Tätowierkunst zu widmen. In Hörweite zur Festhalle etwa liegt das Studio Tattoo Art – und der Name ist laut Inhaber René Schwenke. „Wir arbeiten nur mit Grafikdesignern und Künstlern zusammen“, sagt er, denn Kunst komme immer von Können. Da es keine formal festgelegte Tätowierer-Ausbildung gebe, sei ihm dies besonders wichtig, erst dann werde die Ausbildung rund um Hygiene, den Umgang mit der Haut als Material und die Pflege der Haut begonnen.

Die Tätowierung, auch Tatauierung oder Tattoo genannt, ist ein mit Pigment, Tinte oder anderen Farbmitteln in die Haut eingestochenes Motiv. Hinweise auf frühe Formen finden sich auf der ganzen Welt, etwa bei der 5 000 Jahre alten Gletscher-Mumie „Ötzi“. Bekannte indigene Völker, die Tätowierungen tragen, sind etwa die Einwohner Polynesiens und die neuseeländischen Maori. Auch bei den Yakuza in Japan und bei christlichen Gruppierungen in Ägypten, Äthiopien und Eritrea sowie bei armenischen Christen sind traditionelle Tätowierungen verbreitet.

Geometrische Formen würden derzeit sehr in Anspruch genommen, meint Schwenke, aber auch fotorealistische Porträts machten etwa die Hälfte der Anfragen in seinem Studio aus. So genannte Tribals, wie sie in den 90er Jahren schwer in Mode waren, gerne über dem Steiß junger Frauen, wolle heute niemand mehr – allerdings ließen viele es noch entfernen beziehungsweise mit einem neuen Motiv abdecken. „Tribalkünstler zeichnen sich durch harmonische Abstände zwischen den Linien aus, das hat damals leider oft nicht geklappt.“

Was ich nicht lesen kann, tätowiere ich nicht

Zudem seien diese aus Polynesien stammenden Tätowierungen eigentlich Schriftzeichen, in denen man lesen könne. „Ich empfehle deshalb, sich da an einen Artist zu wenden, der sich wirklich auskennt. Und sich dann auch traditionell tätowieren zu lassen, nicht mit der Maschine.“ Ebenso hält er es mit chinesischen Schriftzeichen: „Die kann ich nicht lesen, also tätowiere ich sie nicht.“

Auch Neukunden, die „zum Testen“ erstmal nur ein Sternchen am Handgelenk wollten, schicke er meist wieder weg. „Wir wollen abliefern und gute Tattoos machen. Wir haben Respekt vor der Haut, dem Kunden, aber auch vor dem Design.“ Ein zu kleines, womöglich noch ungünstig platziertes Tattoo sehe schnell nach „Spucki“ aus – also wie ein wasserlösliches Abziehbild.

Mandalas sind bei Frauen beliebt

Im Dotwork-Stil gehaltene Mandala-Motive lassen sich neuerdings besonders gerne junge Frauen in die Haut zeichnen, wie Daniel Pavlik von Aloha Tattoo in der Südstadt erklärt. „Das sind in der Regel so Trends, die entstehen wenn ein Promi sowas hat. Da hat wohl irgendein weiblicher Promi vorgelegt. Aber ich les’ nicht die Gala“, meint der selbstständige Tätowierer, der in den 90er Jahren schon bei Artcore am Kronenplatz gestochen hat. Bei den Frauen seien auch Sinnsprüche in besonderen Schriften weiterhin beliebt. „Es wird nicht langweilig, es gibt immer was neues“, meint Pavlik.

„Es gibt eigentlich keine schlechten Tätowierungen“, sagt auch Neumann – schlecht sei nur, wenn es am Handwerklichen fehle. Gute Tätowierer würden deshalb auch keine 18-Jährigen auf Hals oder Hände tätowieren: „Den schickt man heim mit dem Rat, dass er sich erstmal überlegen soll, was er mit seinem Leben so vorhat.“

Tattoo-Convention
Die Tattoo-Convention findet noch bis Sonntag in der Festhalle in Durlach, Kanzlerstraße 13, statt. Am Samstag ist sie von 12 bis 24 Uhr, am Sonntag von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter www.tattooconvention-karlsruhe.de