Selbstbewusst: Produktmanagerin Sabrina Ellis behauptet bei der Präsentation, dass das neue Pixel 3a ein besseres Bild liefere als Apples iPhone X. | Foto: Josh Edelson / AFP

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Ausprobiert: Google Pixel 3a

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Googles Pixel-Smartphones sind aktuell der Goldstandard für Android-Smartphones. Immer das aktuellste Betriebssystem, viele innovative Softwarefunktionen an Bord und das gewisse Plus an Google. Doch sie sind – zumindest im offiziellen Store – ein ziemlich teures Vergnügen. Bis jetzt. Denn mit dem jetzt vorgestellten Google Pixel 3a und 3a XL gibt es das Smartphone nun schon ab 400 beziehungsweise 479 Euro. In dieser Preisregion gibt es mittlerweile einen Haufen guter Smartphones vieler Hersteller. Unter 500 Euro lag auch die inzwischen eingestellte Nexus-Reihe. Sie stand für moderne Smartphones zu ganz erträglichen Preisen. Nicht Spitze, aber mehr als gut genug.

Google Pixel 3a: Günstig, nicht billig

Deswegen wäre es unfair, das Pixel 3a ein Billigmodell zu nennen. Auch wenn es das – im positiven Sinne – genaugenommen ist. Annähernd gleiche Funktionalität in etwas weniger edler Aufmachung. Rein äußerlich unterscheidet es sich vom teuren Spitzenmodell durch Plastikhülle statt Glasplatten um Metallrahmen. Außerdem fehlen die nach vorne gerichteten Lautsprecher.

Kunststoff statt Glas. Googles Pixel 3a und 3a XL stecken in einer Hülle aus Polycarbonat. Foto: Robert Günther/tmn

Während das Pixel 3a mit 5,6 Zoll großem Display ausgeliefert wird, steckt im größeren XL ein 6 Zoll großer Schirm. Vom Trend zum randlosen Display lässt sich Google nicht beeindrucken. Abgesehen von den abgerundeten Ecken wirkt das Pixel-Design beim Kunststoffmodell geradezu klassisch. Und recht langweilig. Erstaunlich, wie viel Wertigkeit allein durch die Materialwahl erreicht wird.

Leichte Abstriche beim Display

Im Innern gibt es weitere Unterschiede. Wer allerdings nicht nach ihnen sucht, wird sie kaum bemerken. Kleine Abstriche gibt es beim Display. Hier kommt ein etwas günstigeres OLED zum Einsatz. Als Prozessor ist ein Snapdragon 670 statt dem großen 845 verbaut. Drahtloses Laden per Induktion gibt es nicht. Beide Modelle werden mit 64 Gigabyte und ohne Speicherkartensteckplatz ausgeliefert. Dafür gibt es massig Speicherplatz in Googles Cloud.

Einfach statt doppelt: Die Doppelselfiekamera des Google Pixel 3 weicht beim 3a und 3a XL einer Einzelkamera mit 8 Megapixeln.   Foto: Robert Günther/tmn

Soweit die Unterschiede. Denn wer sich von den Äußerlichkeiten nicht beeindrucken lässt, bekommt beim Pixel 3a in Sachen Funktionalität die gleiche Palette geboten wie beim Pixel 3. Das fängt an bei der Software. Hier gibt es neuestes Android 9 und auch das nächste Android Q. Sicherheitsupdates erhalten Pixelnutzer als erste.

Intelligente Kamera

Auch etliche neue Helfer gibt es auf dem Pixel zuerst. Google Lens, die intelligente Kamera mit Bild-, Text- und Objekterkennung etwa. Mit dem Pixel 3a kommt neu die Navigation über Augmented Reality in den Alltag. Viele kennen das: Man sucht eine Adresse, plant die Route und dann ist nicht klar, ob es nach rechts oder links los geht?

Die AR-Navigation benutzt die Bilderkennung der Kamera und orientiert das Telefon sofort im Raum, bevor sich das GPS-Signal eingependelt hat. In der Realität sieht das so aus, dass man das Telefon auf eine Straßenecke oder einige Gebäude richtet, und schon weist ein Pfeil den Weg zum nächsten Wegpunkt. Endlich mal ein sinnvoller Einsatz für diese Technik.

Wo bin ich? Kamera an und schon erkennt das Telefon, wo es sich befindet. Und es zeigt gleich, wo es zum nächsten Wegpunkt geht. Foto: Robert Günther/tmn

Auch die Kamera des Google Pixel 3a muss sich hinter der des Pixel 3 nicht verstecken – große Unterschiede gibt es auf technischer Seite nicht. Eine Linse und ein riesiger Unterbau von Software lassen hier viele Konkurrenten mit zwei und mehr Kameras alt aussehen.

Der Nachtmodus sorgt für schöne Aufnahmen bei sehr wenig Licht, der Fotoboxmodus löst bei erkanntem Lächeln oder Duckface-Pose aus, Fotokugeln und Zeitraffer gibt es auch. Die beliebten Porträts mit verschwommenem Hintergrund macht das Pixel 3a mit einer einzelnen Kamera. Muss es auch. Die Doppelselfiekamera des Pixel 3 fehlt hier.

Akku reicht mindestens einen Tag

Im Alltag zeigt sich das Pixel 3a als ausdauernder Begleiter. Der Akku bringt das Telefon mühelos über den Tag und weiter. Dass es sich nicht um „das echte“ Pixel 3 handelt, merkt man nach einiger Zeit auch nicht mehr. Ebenso wenig den vermeintlich schwächeren Prozessor. Apps starten flott, die Kamera ist in Sekundenbruchteilen bereit.

Fazit

Bleibt die Frage: Wer soll das kaufen? Die Antwort ist simpel. Wer Android in seiner puren Form mag und immer am schnellsten die neuesten Androidfunktionen und -updates haben will – und nicht 529 Euro zur Hand hat. Denn für diese 50 bis 129 Euro Aufpreis gibt es im Onlinehandel bereits das Google Pixel 3, das Google im eigenen Shop ab 849 Euro aufwärts handelt. Das Spitzenmodell bietet nahezu die gleichen Funktionen, dazu noch Stereolautsprecher und drahtloses Laden per Induktion. Dank Glas- und Metallbauweise fühlt es sich – ganz subjektiv – auch noch schöner an.

Wer auf das Extra an Google verzichten kann, findet bei der Konkurrenz zu ähnlichen Preisen reichlich Alternativen. Die muss sich nicht verstecken und wartet häufig mit interessanten Extrafunktionen auf. Etwa Samsungs Galaxy A50 mit Dreifachkamera, Honors View 20 mit Lochkamera im Display oder Xiaomis Mi 9.

Was also tun? Wer sich nicht sicher ist, kann einfach ein wenig warten. Die Erfahrung mit Googles Smartphones zeigt: Auch das Pixel 3a wird vermutlich schon bald im Preis fallen.  Till Simon Nagel