Der New Yorker Professor Trebor Scholz erklärt den Besuchern des shareBW-Kongresses die Prinzipien, nach denen sein Plattform Kooperativismus als Gegenentwurf zu den globalen Sharing-Unternehmen wie Airbnb oder Uber funktionieren kann. | Foto: Björn Pados

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Sharing-Konzepte für die Zukunft aus dem Ländle

Auf dem Landeskongress shareBW im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe diskutierten Expertinnen und Experten gemeinsam mit rund 200 Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmern die ökonomische Nachhaltigkeit des Teilens und Tauschens, die sogenannte Share Economy.

Damit endet die zweite Runde der Initiative shareBW, die 2015 gemeinsam vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und dem Unternehmernetzwerk Cyberforum ins Leben gerufen wurde, um die Share Economy als einen der Treiber des Digitalen Wandels zu fördern. Auf vier Kongressen in den letzten drei Jahren setzten sich über 800 Besucherinnen und Besucher mit dem umstrittenen Trendthema Share Economy auseinander. Ein Highlight: die Präsentationen der mit insgesamt 360.000 Euro geförderten Sharing-Konzepte.

Ressourcen effizient nutzen

„Teilen und Tauschen ist durch die Digitalisierung einfacher geworden. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, Ressourcen effizienter zu nutzen und unsere Umwelt zu schonen. Mit unserem Ideenwettbewerb shareBW wollen wir deshalb Share Economy-Vorhaben fördern, die genau das verfolgen. Ich bin von unseren Gewinnerprojekten sehr beeindruckt, die im wirtschaftlichen, sozialen und künstlerischen Bereich die Wirtschaft des Teilens voranbringen“, so Ministerialdirektor Ulrich Steinbach, Amtschef im Wissenschaftsministerium.

Teil der globalen Wirtschaft

„Die Share Economy hat sich zu einem starken, globalen Wirtschaftszweig entwickelt“, erklärt Matthias Hornberger, Vorstandsvorsitzender des Cyberforum. „Insbesondere Plattformen haben sich als Marktplätze weltweit etabliert. Nun gilt es, Wege zu finden, zwischen Nachhaltigkeit auf der einen und Wirtschaftlichkeit auf der anderen Seite. Die Share Economy muss sich immer wieder neu erfinden.“

Matthias Hornberger, Vorstandsvorsitzender des Cyberforums, sieht die globale Bedeutung, die die Share Economy mittlerweile erreicht hat. | Foto: Björn Pados

Ein Schwerpunkt des Kongresses im ZKM lag auf der sogenannten Plattformökonomie. Die Keynote-Speaker Trebor Scholz, Professor für Medien und Kultur an der New School in New York City, und Digitalisierungsexperte Ibrahim Evsan bedachten das Thema auch mit Kritik: Trebor Scholz möchte die Idee des Teilens wieder zu ihren Wurzeln zurückführen und schlug mit seinem Modell des Platform Cooperativism ökonomische, politische und kulturelle Alternativen zu den großen Plattformen des World Wide Web vor. Die Kritik von Scholz: Große Unternehmen wie Airbnb und Uber haben die Idee für sich vereinnahmt, zu Lasten der Arbeitnehmer, die zum Teil unter kritischen Arbeitsbedingungen ihre Brötchen verdienen. Mit seinem Plattform Kooperativismus, bei dem die Plattformen ähnlich einer Genossenschaft  den Arbeitenehmern selber gehören.

Ibrahim Evsan, Digitalisierungsexperte, Unternehmer und Blogger, befasste sich in seiner Keynote eingehend mit der Herausforderung, Menschen und Systeme miteinander zu vernetzen – und damit die Idee des Teilens neu zu verstehen.

Drei prämierte Teams aus Karlsruhe

Außerdem präsentierten die vier Preisträger des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgelobten, landesweiten Ideenwettbewerbs shareBW, wie sie ihre Projekte in den letzten Monaten umgesetzt haben. Sie wurden im Oktober 2017 im Rahmen eines Impulskongresses gekürt, Wissenschaftsministerin Theresia Bauer überreichte Fördergelder in Höhe von je 44000 Euro. Die Gewinner, darunter drei Teams aus Karlsruhe, überzeugten mit innovativen Sharing-Lösungen in den Bereichen Smarter Earth/Energy, Mobility, Participation/Integration und Creativity.

 

Übersicht der Ausgezeichneten

 

„Die Förderung junger Startups und innovativer Geschäftsmodelle ist seit Gründung des CyberForum eines unserer Kernziele“, so David Hermanns, Geschäftsführer des CyberForum. „Mit über 100 Geschäftsmodelleinreichungen im Rahmen der Initiative shareBW haben wir erfolgreich einen Beitrag zu Innovation made in Baden-Württemberg geleistet und das Bewusstsein sowohl für die Potenziale, als auch für die Herausforderungen der Share Economy geschärft.“ pm